Urlaub in der Schweiz
Das kleine Land im Herzen von Europa ist bekannt für seine alpinen Gebirgszüge, grüne Wiesen, schneebedeckte Gipfel und tiefblaue Seen. Ein Urlaub in der Schweiz kann vielseitig gestaltet werden: Im Sommer locken die zahlreichen Wanderwege zu einer Hütten- oder Tagestour, während viele der Seen zum Badespaß oder Wassersport einladen. Und natürlich lockt auch im Winter die alpine Bergwelt zahlreiche Urlauber in die Schweiz: Nostalgische Berghütten, Snowboarden in Fun Parks und Skifahren in einer traumhaft schönen Schneelandschaft sind die Zauberworte. Doch nicht nur die Natur hat ihren Reiz: Die Schweiz punktet auch mit ihren berühmten Städten Zürich, Bern und Genf, die sich optimal für einen Städtetrip eignen. Wer es dagegen ein wenig romantischer mag, sollte es sich nicht nehmen lassen, durch die Altstädte von Luzern oder Ascona zu schlendern.
Sommer und Winter in den Bergen Berühmt ist die Schweiz natürlich vor allem für ihre Berge. Und so zieht sie im Sommer besonders Bergwanderer und Bergsportler an. Die Alpen sind ein Paradies für Paragliding, Rafting, Klettern oder Mountainbiken. Und auch die Touristen, die weniger alpine Erfahrung haben, können Dank der vielen Seilbahnen die grandiose Bergwelt erleben.
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Klima & beste Reisezeit für Ihren Urlaub in der Schweiz
Die Schweiz ist ein Reiseziel, bei dem die Jahreszeit wirklich eine entscheidende Rolle spielt, wenn es um das Thema Urlaub geht. Für einen klassischen Sommerurlaub mit viel Bewegung draußen, Bergen und Seen sind vor allem die Monate Juni bis September interessant – aber eben nicht alle gleich. Das merkt man ziemlich schnell, wenn man einmal dort ist.
Juni wirkt oft noch ein bisschen wie ‘Übergang’. In den Tälern ist es schon angenehm mild, teilweise richtig schön grün, und die Wasserfälle haben durch die Schneeschmelze ordentlich Kraft. In höheren Lagen liegt aber noch Restschnee, und nicht jede Wanderroute ist schon offen. Für ruhigere Tage am See oder entspannte Ausflüge ist das trotzdem eine ziemlich gute Zeit.
Juli und August sind dann die klassische Hochphase für Sommerurlaub in der Schweiz. Wettertechnisch ist das meist die stabilste Kombination: warm, lange Tage, viele klare Sichtfenster in den Bergen. Gleichzeitig ist es genau die Zeit, in der es überall lebhafter wird – manche Orte fühlen sich dann fast ein bisschen überlaufen an, vor allem bekannte Regionen. Dafür läuft aber wirklich alles, von Bergbahnen bis zu Hütten, und man kommt fast überall problemlos hin.
September ist so etwas wie die angenehm ruhigere Variante davon. Oft noch mild genug für Wanderungen, aber deutlich weniger Andrang. Die Luft wirkt klarer, manchmal schon leicht herbstlich, und die Landschaft bekommt diese Mischung aus Sommer und beginnender Farbe. Es gibt allerdings schon vereinzelt Einschränkungen bei Saisonbetrieben, was man im Hinterkopf behalten sollte.
Für den Winterurlaub verschiebt sich das Ganze komplett, und hier sind vor allem Dezember bis März relevant. Der Dezember ist stark atmosphärisch geprägt: erste Schneefälle, Weihnachtsstimmung, viele Orte wirken sehr, sagen wir mal ‘stimmungsvoll’, aber die Schneesicherheit schwankt noch je nach Region. Perfekt für Stimmung, nicht immer perfekt für durchgehenden Skibetrieb.
Januar und Februar gelten dagegen als die verlässlichste Phase für Wintersport. Kälte ist hier normal, teilweise auch richtig knackig, aber dafür stimmen die Bedingungen in den Skigebieten meistens sehr gut. Schnee liegt stabil, Pisten sind voll geöffnet, und die Berge zeigen diese klare Seite des Winters. Gleichzeitig ist es aber auch die teuerste und vollste Zeit.
Sehenswürdigkeiten für Ihren Urlaub in der Schweiz
Die Schweiz definiert sich nicht nur über Seen und Berge. Gerade kulturell und historisch gibt es erstaunlich viel zu entdecken, oft auch auf engem Raum. Zwischen mittelalterlichen Altstädten, modernen Museen und alten Bergbahnen liegen manchmal nur ein paar Zugstationen.
Kann ein Berg eine Sehenswürdigkeit sein? Wir finden schon und deswegen führt das Matterhorn bei Zermatt diese Liste an. Der Berg gehört zu den berühmtesten Gipfeln Europas und ist mit seiner fast pyramidenförmigen Silhouette so etwas wie ein Wahrzeichen der Schweiz. Interessant ist dabei nicht nur die Landschaft selbst, sondern auch die Geschichte rund um die Erstbesteigung im Jahr 1865, die tragisch endete und den Berg weltweit bekannt machte. Zermatt entwickelte sich danach vom kleinen Bergdorf zu einem internationalen Alpinismus-Zentrum. Heute fahren dort mehrere historische und moderne Bergbahnen, darunter die Gornergratbahn, eine der ältesten elektrischen Zahnradbahnen Europas. Gerade morgens, wenn die Sonne langsam auf die Spitze trifft, wirkt die Gegend fast unwirklich ruhig – obwohl eigentlich viele Besucher unterwegs sind.
Deutlich städtischer wirkt die Altstadt von Bern. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und stammt in großen Teilen noch aus dem Mittelalter. Besonders auffällig sind die langen Arkadengänge, die sich durch die Innenstadt ziehen und ursprünglich auch als Wetterschutz gedacht waren. Dazu kommen die historischen Sandsteinhäuser und mehrere alte Brunnenfiguren aus dem 16. Jahrhundert. Der berühmte Zytglogge, ein mittelalterlicher Uhrturm mit astronomischer Uhr, war früher Teil der Stadtbefestigung und diente zeitweise sogar als Gefängnis. Heute bleiben viele Besucher dort einfach stehen und schauen dem Uhrenspiel zu, obwohl es eigentlich nur ein paar Minuten dauert.
Ein Ort, der oft unterschätzt wird, ist die Abtei St. Gallen. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Benediktinerabtei, deren Ursprünge bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen. Besonders beeindruckend ist die barocke Stiftsbibliothek mit ihren reich verzierten Holzgalerien und historischen Handschriften. Dort liegen teilweise Manuskripte, die über tausend Jahre alt sind. Die Anlage war im Mittelalter eines der wichtigsten geistigen Zentren Europas und spielte eine große Rolle bei Bildung und Schriftkultur. Außen wirkt vieles überraschend schlicht, innen dagegen fast schon überladen – genau dieser Kontrast bleibt vielen in Erinnerung.
In Luzern zieht es viele Besucher zur Kapellbrücke. Die gedeckte Holzbrücke stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert und zählt zu den ältesten Holzbrücken Europas. Bekannt ist sie vor allem durch die historischen Dreiecksbilder unter dem Dach, die Szenen aus der Schweizer Geschichte zeigen. Nach einem schweren Brand in den 1990er-Jahren musste ein großer Teil rekonstruiert werden, was man heute teilweise noch erkennt. Direkt daneben steht der Wasserturm, der im Lauf der Jahrhunderte ganz unterschiedliche Funktionen hatte – Gefängnis, Archiv und sogar Folterkammer. Trotz der vielen Touristen wirkt der Bereich am frühen Morgen erstaunlich ruhig.
Wer sich für Natur interessiert, landet früher oder später beim Rheinfall in Schaffhausen. Der Wasserfall gilt als einer der größten Europas und liegt nahe der deutschen Grenze. Besonders beeindruckend ist weniger die Höhe als die enorme Wassermenge, die dort herunterrauscht. Im Sommer fahren kleine Boote sehr nah an die Felsen mitten im Wasserfall heran, was deutlich spektakulärer wirkt, als es auf Fotos aussieht. Rundherum wurden verschiedene Aussichtsplattformen gebaut, manche davon direkt über dem Wasser.
Ein echter Geheimtipp ist dagegen der Creux du Van im Jura-Gebirge. Dabei handelt es sich um einen riesigen natürlichen Felskessel, der durch Erosion entstanden ist. Die steilen Kalksteinwände fallen dort teilweise über hundert Meter fast senkrecht ab. Anders als in den bekannten Alpenregionen wirkt die Gegend oft deutlich ruhiger und ursprünglicher. Mit etwas Glück sieht man Steinböcke oder Murmeltiere direkt an den Wanderwegen. Viele entdecken den Ort erst zufällig und bleiben dann viel länger als geplant.
Sehr modern dagegen präsentiert sich das Kunsthaus Zürich. Das Museum gehört zu den wichtigsten Kunstsammlungen des Landes und zeigt Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Besonders stark vertreten sind Schweizer Künstler wie Alberto Giacometti oder Ferdinand Hodler, aber auch internationale Namen spielen eine große Rolle. Der neuere Erweiterungsbau sorgt bis heute für Diskussionen, weil er architektonisch bewusst kühl und massiv gehalten wurde. Innen wirkt das Ganze aber überraschend offen und ruhig.
Weniger bekannt, aber atmosphärisch ziemlich besonders, ist das Castelgrande im Tessin. Die Burganlage gehört zu den drei mittelalterlichen Festungen von Bellinzona und war strategisch wichtig, weil hier früher wichtige Alpenrouten kontrolliert wurden. Die Ursprünge reichen teilweise bis in die Römerzeit zurück. Heute kann man über alte Mauern und Innenhöfe laufen, während unten die moderne Stadt liegt - die Gegensätze sind sozusagen ‘live’ erlebbar. Durch die italienisch geprägte Atmosphäre wirkt die Region ohnehin anders als viele andere Teile der Schweiz.
Auch das Freilichtmuseum Ballenberg ist so ein Ort, der oft nicht sofort auf klassischen Listen auftaucht. Aber wenn Sie möglicherweise im Berner Oberland Urlaub machen, bietet sich ein Besuch in Hofstetten natürlich an. Das Museum besteht aus historischen Bauernhäusern und Gebäuden aus verschiedenen Regionen der Schweiz, die originalgetreu abgebaut und dort wieder aufgebaut wurden. Dadurch bekommt man einen recht direkten Eindruck davon, wie Menschen früher in den Alpen oder im Mittelland gelebt haben. Alte Werkstätten, traditionelle Handwerke und Nutztiere gehören ebenfalls dazu. Gerade weil dort nicht alles geschniegelt wirkt, sondern teilweise fast improvisiert, bleibt es vielen stärker im Kopf als moderne Museen.
Was kann man im Urlaub in der Schweiz unternehmen?
Mit den Jahreszeiten ändert sich in der Schweiz die Liste der möglichen Aktivitäten im Urlaub natürlich gewaltig. Manche Regionen wirken im Sommer fast wie ein anderes Land als ein paar Monate später im Winter.
Im Sommer gehört Wandern natürlich zu den Aktivitäten, die fast überall möglich sind. Das Besondere daran ist, dass es nicht nur diese extrem sportlichen Touren gibt, sondern auch viele einfache Panoramawege, die selbst ohne große Bergerfahrung gut machbar sind. Rund um Orte wie Grindelwald oder Zermatt fährt man oft erst mit einer Bergbahn nach oben und läuft dann relativ entspannt weiter, während links und rechts schon riesige Gipfel auftauchen. Die Szenerie in den Wandergebieten bietet eine wundervolle Mischung aus ‘spektakulär’ und ‘total friedlich und ruhig’. Es ist durchaus möglich, dass man hier eine ganze Weile keinem Menschen begegnet.
Sehr beliebt sind auch Bootsfahrten auf den Seen, gerade im Berner Oberland oder rund um Luzern. Viele der Schiffe fahren schon seit Jahrzehnten auf denselben Strecken, manche sind sogar historische Raddampfer. Unterwegs verändert sich die Landschaft ständig: kleine Dörfer am Ufer, steile Felsen, dann wieder fast mediterrane Abschnitte mit Palmen - wie z.B. im Tessin. Besonders an warmen Tagen merkt man schnell, warum viele Schweizer selbst ihre freien Tage dort verbringen.
Wer im Sommer etwas aktiver unterwegs sein möchte, kann in der Schweiz hervorragend Mountainbike fahren. Es gibt inzwischen riesige Netze an ausgeschilderten Strecken, von einfachen Wegen bis zu ziemlich anspruchsvollen Trails. In manchen Orten werden Fahrräder morgens schon an den Bergbahnen befestigt, was erst etwas chaotisch aussieht, dort aber völlig normal ist. Gerade in höheren Lagen bleibt es auch im Hochsommer oft angenehm kühl, was längere Touren deutlich angenehmer macht als in vielen südlicheren Ländern. Dazu kommen Aktivsportarten wie Paragliding, Rafting oder Klettern, die in der Schweiz fast schon selbstverständlich zum Bergsommer dazugehören. Vor allem rund um Interlaken sieht man ständig Gleitschirme über den Tälern kreisen, während unten auf den Flüssen Rafting-Boote unterwegs sind. Und selbst kleinere Orte besitzen oft Klettersteige oder alpine Kletterrouten, die direkt in die Berglandschaft eingebunden sind.
Im Winter verschiebt sich der Fokus natürlich stark Richtung Wintersport. Skifahren und Snowboarden spielen fast überall eine große Rolle, und viele Orte leben regelrecht davon. Interessant ist dabei, wie unterschiedlich die Regionen wirken: manche modern und luxuriös, andere eher bodenständig und familiär. Selbst kleinere Skigebiete haben oft erstaunlich gut ausgebaute Lifte und sehr gepflegte Pisten. Wenn morgens frischer Schnee gefallen ist, entsteht teilweise schon früh eine gewisse Hektik, weil alle möglichst schnell auf den Berg wollen.
Deutlich ruhiger geht es beim Winterwandern oder Schneeschuhlaufen zu. Genau das entdecken inzwischen immer mehr Leute für sich, gerade wenn sie keinen klassischen Skiurlaub möchten. Auf geräumten Wegen läuft man durch verschneite Wälder oder an gefrorenen Seen entlang, oft mit erstaunlich wenig Trubel. Schneeschuhe wirken anfangs etwas ungewohnt, fast ein bisschen sperrig, aber nach kurzer Zeit kommt man damit erstaunlich gut voran – selbst abseits normaler Wege.
Das mag jetzt ein wenig seltsam klingen, aber wenn Sie diese Aktivität einmal ausprobiert haben, werden Sie es verstehen. Zugfahrten gehören in der Schweiz fast schon zu den Aktivitäten selbst und nicht nur zur Fortbewegung. Sportliche Anstrengungen sind hier eher nicht zu erwarten, aber Sie werden mit grandiosen Panoramen belohnt. Strecken wie der Glacier Express oder die Bernina-Linie führen durch Hochgebirge, über Viadukte und an Gletschern vorbei. Selbst Menschen, die sonst ungern lange im Zug sitzen, bleiben dort meistens ständig am Fenster hängen. Gerade im Winter, wenn draußen alles verschneit ist, wirkt die Landschaft manchmal fast künstlich perfekt.
Etwas unterschätzt wird oft das Thema Wellness. Viele Orte besitzen Thermalbäder oder moderne Spa-Anlagen mit Blick auf die Berge. Nach einem kalten Tag draußen in warmem Wasser zu sitzen, während rundherum Schnee liegt, gehört für viele fast automatisch zu einer Pauschalreise oder einem längeren Urlaub in der Schweiz dazu. Und ehrlich gesagt: Gerade an grauen Wintertagen versteht man ziemlich schnell, warum das dort so beliebt ist.
Essen und Trinken in der Schweiz
Beim Essen unterschätzen viele die Schweiz erst mal ein bisschen. Klar, Käse und Schokolade kennt praktisch jeder, aber kulinarisch ist das Land deutlich vielfältiger. Das liegt auch daran, dass französische, italienische und alpine Einflüsse genau hier aufeinandertreffen.
Die vielen regionalen Käsespezialitäten, die in der Schweiz fast schon ein eigenes Thema für sich sind, sollen zuerst genannt werden. Neben den bekannten Sorten wie Gruyère oder Emmentaler gibt es unzählige kleinere Bergkäse, die oft nur in bestimmten Tälern hergestellt werden. Manche schmecken mild und leicht nussig, andere ziemlich kräftig und würzig - gerade in höheren Alpenregionen wird oft noch nach alten Rezepten gearbeitet. Käse ist dort nicht einfach nur Beilage. In vielen Gasthäusern bekommt man ganze Käseplatten mit regionalen Sorten serviert.
Bekannt ist natürlich auch das Käsefondue. Dabei wird geschmolzener Käse - meistens eine Mischung aus Sorten wie Gruyère und Vacherin - gemeinsam aus einem Topf gegessen, traditionell mit Brotstücken. Erstaunlich sättigend und sehr kräftig im Geschmack. Gerade in den Bergen gehört das eigentlich zu einem Abend dazu, besonders im Winter. Und nach mehreren Stunden draußen in der Kälte schmeckt so ein Fondue plötzlich noch um ein Vielfaches besser.
Mindestens genauso typisch ist Raclette. Ursprünglich stammt das Gericht aus dem Wallis und besteht aus geschmolzenem Käse, der über Kartoffeln, Essiggurken und eingelegte Zwiebeln gegeben wird. Heute gibt es unzählige Varianten, manchmal fast schon experimentell. Interessant ist, dass Raclette in der Schweiz oft deutlich einfacher serviert wird als im Ausland – weniger Show, dafür meist besserer Käse.
Auch bei uns bekannt, beliebt und gerne genommen: Rösti. Das Gericht aus der Schweiz besteht aus geriebenen Kartoffeln, die in der Pfanne knusprig gebraten werden. Früher galt Rösti eher als einfaches Bauernessen aus dem deutschsprachigen Teil der Schweiz, inzwischen findet man sie fast überall. Mal als Beilage, mal mit Käse, Spiegelei oder sogar Speck oben drauf. Das Gericht wirkt schlicht, kann aber sehr unterschiedlich schmecken.
Sehr typisch sind auch Zürcher Geschnetzeltes und Kalbsgerichte allgemein. Beim Zürcher Geschnetzelten wird Kalbfleisch in einer cremigen Weißwein-Sahne-Soße serviert, meistens zusammen mit - Sie ahnen es - Rösti. Das Gericht stammt ursprünglich aus Zürich und gehört dort fast schon zur kulinarischen Grundausstattung.
Wer in Graubünden unterwegs ist, begegnet früher oder später Capuns. Das ist so ein Gericht, das viele Touristen anfangs gar nicht richtig einordnen können. Kleine Teigstücke (Spätzleteig) mit Speck oder Fleisch und eine ordentliche Portion Kräuter werden sorgfältig in Mangoldblätter eingewickelt und anschließend in einer Mischung aus Milch und Wasser - wahlweise auch Bouillon - gedünstet. Was traditionell in der Schweiz als Resteessen galt, hat sich längst als Bestandteil der gehobenen Küche etabliert.
Es ist erstaunlich, was man aus den wenigen Zutaten wie Kartoffeln, Mehl, Salz und Butter machen kann. Ein echter Geheimtipp sind Maluns, ebenfalls aus dem Kanton Graubünden. Die Kartoffeln werden mit Mehl langsam in der Pfanne geröstet, bis kleine goldene Krümel entstehen. Serviert wird das oft mit Apfelmus oder Käse. Das Gericht findet vor allem in Berghütten großen Anklang, schmeckt aber Einheimischen genauso gut wie Menschen, die nur in der Schweiz Urlaub machen.
Im Tessin merkt man dagegen deutlich den italienischen Einfluss. Dort findet man häufig Polenta, also Maisgrieß, der cremig gekocht oder später angebraten wird. Früher war das vor allem ein Essen für ärmere Familien, heute gehört es fest zur regionalen Küche. Gerade zusammen mit Pilzen oder geschmortem Fleisch passt das erstaunlich gut in die etwas wärmere Atmosphäre des Südens.
Weniger bekannt, aber ziemlich typisch, ist außerdem die Bündner Nusstorte. Dabei handelt es sich um einen Mürbeteigkuchen mit karamellisierter Walnussfüllung. Das Ganze ist extrem mächtig und sehr viel süßer, als man erwartet. Ein kleines Stück davon reicht und dazu eine gute Tasse Kaffee und auch Sie werden dieser süssen Verführung erliegen.
Natürlich darf auch Schweizer Schokolade nicht fehlen. Viele kleinere Chocolatiers sind deutlich spannender, als die bekannten Marken aus dem Supermarkt. In manchen Orten riecht man schon beim Vorbeilaufen, dass irgendwo frisch produziert wird. Besonders beliebt sind handgemachte Pralinen oder Tafeln mit regionalen Zutaten wie Alpenkräutern, Nüssen oder Honig. Und natürlich sind die süßen Kunstwerke auch die perfekten Mitbringsel aus dem Schweiz Urlaub.
Traditionen & Feste in der Schweiz
Traditionen und regionale Bräuche haben in der Schweiz bis heute einen überraschend hohen Stellenwert und gehören vielerorts noch ganz selbstverständlich zum Alltag dazu. Gerade in ländlichen Regionen werden alte Feste, Trachten, Musik oder altes Handwerk nicht nur für Touristen gepflegt, sondern tatsächlich aktiv gelebt und an jüngere Generationen weitergegeben.
Besonders bekannt ist die Basler Fasnacht. Anders als Karneval in Deutschland beginnt sie nicht vor Aschermittwoch, sondern erst danach - und zwar montags um vier Uhr morgens mit dem sogenannten “Morgestraich”. Dann wird in der Altstadt das Licht ausgeschaltet, und Tausende Menschen ziehen mit beleuchteten Laternen, Trommeln und Piccoloflöten durch die dunklen Straßen. Die Stimmung wirkt gleichzeitig chaotisch und total geordnet, was irgendwie typisch schweizerisch ist. Viele Figuren und Wagen nehmen politische oder gesellschaftliche Themen aufs Korn - ähnlich wie bei uns-, teilweise ziemlich bissig.
Für einen deutschen Touristen, der möglicherweise auch noch aus einer Stadt kommt, ein eher ungewohntes Bild: Der Alpabzug beziehungsweise Alpaufzug in den Bergregionen. Dabei werden Kühe im Frühjahr auf die Alpen getrieben und im Herbst wieder ins Tal gebracht. Soweit noch nicht außergewöhnlich, es wird aber in vielen Orten regelrecht gefeiert. Die Tiere tragen riesige Glocken und oft aufwendig geschmückte Blumenkränze, während die Hirten traditionelle Kleidung tragen. Gerade im Herbst stehen dann ganze Dörfer am Straßenrand und schauen zu. Außenstehende unterschätzen gerne, wie wichtig diese Tradition für viele Regionen noch immer ist.
Ein ziemlich kurioses Fest findet in Zürich im April statt: das Sechseläuten. Dabei ziehen historische Zünfte in alten Uniformen durch die Stadt, bevor am Ende der sogenannte “Böögg” verbrannt wird - eine große Figur, die einen Schneemann darstellt - aus Stoff und Holz. Der Kopf ist mit Feuerwerk gefüllt, und je schneller er explodiert, desto besser soll angeblich der Sommer werden. Das Ganze wirkt ein bisschen wie eine Mischung aus Mittelalter- und Volksfest.
Ein echter Geheimtipp für Ihren Schweiz Urlaub ist der Chalandamarz im Engadin und in Teilen Graubündens. Dieses Frühlingsfest (März) geht teilweise noch auf vorchristliche Traditionen zurück. Kinder und Jugendliche ziehen mit großen Kuhglocken durch die Orte, machen bewusst Lärm und “vertreiben” symbolisch den Winter. Dazu werden alte romanische Lieder gesungen, die viele Besucher gar nicht verstehen. Das Ganze wirkt überhaupt nicht künstlich inszeniert, sondern eher wie ein Brauch, der einfach seit Jahrhunderten weiterlebt.