Länderinformationen Venezuela

Venezuela

Schneebedeckte Berge, ausgedehnte Savannen, kilometerlange Wanderdünen, feinsandige Palmenstrände, traumhafte Koralleninseln, magische Tafelberge, tropischer Regenwald, mangrovenbewachsene Lagunen und faszinierende Höhlen - nirgendwo in Südamerika ist die landschaftliche Vielfalt so groß wie in Venezuela.

Doch nicht nur die landschaftlichen Kontraste machen den besonderen Reiz Venezuelas aus. Eine artenreiche Flora und Fauna trägt ebenso dazu bei wie wunderschön restaurierte Kolonialgebäude, die die Vergangenheit des Landes widerspiegeln.

Historische Bauwerke findet man in den Orten am Orinoko, der Anden und der Küstenregion. Die Andenstadt Mérida, Ciudad Bolívar am Orinoko und die Landeshauptstadt Caracas sind gute Beispiele. Doch das bezaubernde koloniale Zentrum der Küstenstadt Coro, das seit 1994 als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet ist, übertrifft sie alle.

Und last, but not least: die lebenslustige und gastfreundliche Bevölkerung - ein Schmelztiegel von Menschen europäischer, afrikanischer und indianischer Abstammung.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus werden die internationalen Flughäfen in Caracas (Maiquetía) und in Porlamar (Isla Margarita) mehrmals wöchentlich angeflogen. Lufthansa (ab Frankfurt), Iberia (via Madrid), Air France (via Paris), Alitalia (via Rom oder Mailand), TAP (via Lissabon) und KLM (via Amsterdam) bieten Linienflüge nach Caracas an, Charterflüge gibt es mit Condor nach Porlamar. Die Flugpreise variieren sehr stark und hängen vor allem von der Gültigkeitsdauer des Tickets und der Reisesaison ab. Am teuersten sind sie zu Weihnachten und Ostern.

Die Flugzeit aus dem deutschsprachigen Raum nach Caracas beträgt ca. 10 Stunden. Während Lufthansa ab Frankfurt direkt nach Caracas fliegt, muss man bei den anderen europäischen Linien immer umsteigen und oft auch noch lange Wartezeiten bis zum Weiterflug in Kauf nehmen.

Der Aeropuerto Internacional de Maiquetí „Simón Bolívar“ liegt ca. 20 km nordwestlich des Stadtzentrums. Shuttle-Busse verkehren im 10-Minuten-Takt in die Innenstadt. Auch Linienbusse verbinden den Flughafen zwischen 6 und 22 Uhr mit verschiedenen Haltestellen in der Stadt. Taxis und Mietwagen stehen ebenfalls zur Verfügung.

Essen & Trinken

In der venezolanischen Küche (comida criolla) überwiegen die Fleischspeisen. Comida criolla wird häufig in einer areparía (einfaches Imbisslokal), cervecería (Bierlokal) und einem Tasca-Restaurant (speziell für Grillgerichte) serviert. Typische Speisen sind arepa (Maismehlbrötchen), empanadas (Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen), sancocho (Eintopf aus Huhn oder Rindfleisch), pastichio (Nudelgericht mit Fleisch und Wurst) und hallaca (verschiedene Fleischarten mit Rosinen, Zwiebeln und Oliven). Das Nationalgericht heißt pabellón criollo und besteht aus Fleisch, Bananen, Bohnen und Reis.

Bei den nichtalkoholischen Getränken hat man die Wahl zwischen frisch gepressten Fruchtsäften (jugos), Milchshakes (merengadas), Fruchtwassershakes (batidos), Limonaden (refrescas), Mineralwasser mit Kohlensäure (soda) und stillem Wasser (agua). Die venezolansiche Biermarke Polar ist das beliebteste Getränk. Als Aperitiv oder zur Verdauung wird Rum (ron) serviert. Kaffee wird rund um die Uhr getrunken.

Feste & Veranstaltungen

Januar Paradura del Niño ist ein uralter Brauch in den Anden, wobei man eine Jesusfigur suchen muss. Die Finder werden am Fundort mit Essen und Trinken belohnt.

Februar Rodeos in den Llanos, am besten jenes in San Fernando de Apure, unter anderem auch mit einem Wettbewerb im „Lassowerfen“.

Februar/März Am schönsten wird Karneval in der Stadt Carúpano auf der Halbinsel Paría im Osten des Landes gefeiert.

Mai Curz de Mayo ist der Name einer festlichen Prozession in Cumaná. Anlass dafür ist die Auffindung des Kreuzes von Christus.

In Caracas findet mit dem Festival Latinoamericano de Música ein lateinamerikanisches Musikfestival mit klassischer Musik statt (http://www.festivallatinoamericanodemusica.com).

Mai/Juni Am Fronleichnamstag tanzen die Bewohner von San Francisco de Yare in farbenprächtigen Teufelsmasken. Ein Spektakel, das Sie nicht versäumen sollten.

Juni Zur Fiesta de San Juan wird in den Orten des Barlovento zu Ehren von Johannes dem Täufer, der von der schwarzen Bevölkerung zu ihrem Schutzpatron auserkoren wurde, nächtelang getrommelt.

Das Festival de Cine Judío Filmfestival in Caracas entführt in die Welt des jüdischen Brauchtums, der Kultur und der Geschichte, aber auch internationale Filme mit anderen Themen werden gezeigt (http://www.festivaldecinejudiocaracas.com).

Auf dem Programm des Atempo Festivals steht moderne Musik und Kunst im Banca Cultural Center von Caracas.

Dezember Der Monat steht im ganzen Land im Zeichen folkoristischer Umzüge (parandas) und Feste mit traditioneller Musik (aquinaldos) .

Dezember-März In ländlichen Gegenden werden farbenprächtige Prozessionen und Feste zu Ehren der Schutzpatrone abgehalten.

Klima & Reisezeit

Venezuela kann das ganze Jahr hindurch bereist werden, obwohl das Jahr in eine Trocken- und eine Regenzeit unterteilt ist. Die trockene Periode herrscht von Dezember bis März vor, die Regenzeit von April bis November. Regenzeit bedeutet aber nicht, dass es den ganzen Tag hindurch regnet. Es sind in der Regel kurze, heftige Regenfälle.

Die durchschnittliche Höchsttemperatur liegt im Januar und Februar bei etwa 27 °C, in den restlichen Monaten bei etwa 25 °C. Wesentlich kühler ist es in der Andenregion, wo Pullover und/oder Jacke nicht fehlen sollten. Landesweit ist Sonnen- und Mückenschutz notwendig.

Reisen im Land

Wegen der Ausdehnung des Landes und der Straßenverhältnisse ist es am besten, wenn man längere Strecken mit dem Flugzeug zurücklegt. Venezuelas regionale Fluglinien haben ein sehr gutes, flächendeckendes Netz aufgebaut. Die Flüge sind preisgünstig und können direkt bei den Gesellschaften online gebucht werden: Aeropostal (http://www.aeropostal.com), Avior (http://www.aviorairlines.com), Aerotuy (http://www.tuy.com), Rutaca (http://www.rutaca.com), Conviasa (http://www.conviasa.aero), Santa Barbara Airlines (http://www.sbairlines.com), Aserca (http://www.asercaairlines.com) und Laser Air (http://www.laser.com).

Auch die Busverbindungen sind sehr gut. Komfortable Überlandbusse verbinden die großen Städte des Landes. Von den Busbahnhöfen aus (Terminal de Pasajeros) kann man mit Kleinbussen (por puestos) und Sammeltaxis (carritos) weiterreisen.

Ein Mietwagen für die Reise durch Venezuela kann eine gute Alternative zum Bus sein. Es herrscht Rechtsverkehr und die Verkehrstafeln und -regeln weichen nicht sonderlich viel von denen zu Hause ab.

Fähren verkehren regelmäßig zwischen Isla Margarita und dem Festland sowie am Orinoko, wo Brücken im Straßennetz fehlen. Regelmäßige Bootsverbindungen gibt es im Amazonasgebiet, da es hier keine Straßen gibt.

Derzeit kommt es in Venezuela immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, weshalb das Auswärtige Amt dazu rät, nicht unbedingt notwendige Individualreisen besser zu verschieben. Bei Überlandfahrten sollte man sich zuvor über die Situation am Zielort erkunden und Stadtzentren möglichst weiträumig umfahren. Vor Reisen in die Grenzregion zu Kolumbien wird dringend abgeraten (http://www.auswaertiges-amt.de).

Steckbrief

Amtsprache: Spanisch

Bevölkerung: rund 29 Mio. Einwohner

Fläche: 916.445 km²

Hauptstadt: Caracas (mit Einzugsgebiet rund 6,3 Mio. Einwohner)

Landesvorwahl: +58

Währung: Bolívar Fuerte (Abk.: BsF; ISO-4217-Code: VEF)

Zeitzone: Venezuelan Standard Time (VST). Unterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ): -4,5 Stunden (Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) -5,5 Stunden); keine Umstellung auf Sommerzeit

Praktische Hinweise

Öffnungszeiten

Bei den Öffnungszeiten kann es regional zu kleinen Unterschieden kommen. Nachstehende Öffnungszeiten dienen deshalb nur als Richtlinie: Geschäfte und Läden Mo-Sa 9-13 und 15-19 Uhr, Einkaufszentren und Supermärkte Mo-Sa 9-20 Uhr, Museen Di-So 9-17 Uhr, Banken Mo-Fr 9-16 Uhr, Wechselstuben Mo-Sa 9-18 Uhr, Postämter Mo-Fr 9-18 Uhr, Behörden 9-12 Uhr (Parteienverkehr). Gestzliche Ladenschlusszeiten gibt es nicht.

Telefon

Am preisgünstigsten telefoniert man von einer öffentlichen Telefonzelle aus mit einer tarjeta telefónica (Telefonwertkarte). Die Telefonzellen für internationale Anrufe sind gekennzeichnet. Die internationale Vorwahl von Venezuela ist 0058, nach Deutschland wählt man die 0049, nach Österreich die 0043 und in die Schweiz die 0041 vor.

Wer ein freigeschaltetes (SIM lock free) Handy mitbringt und damit preisgünstig telefonieren möchte, sollte eine venezolanische SIM-Karte kaufen. Das Telefonieren damit ist einfacher und komfortabler, jedoch weist das Funknetz der aktuellen Anbieter noch große Funklöcher auf. Betroffen davon sind vor allem der Osten und der Westen des Landes.

Trinkgeld

In der Regel erwartet das Personal in Restaurants und Kneipen bis zu 10 % der Rechnungssumme als Trinkgeld, wenn kein gesondeter Betrag, die sogenannte Servicecharge, auf der Rechnung angegeben wird. Anderes Servicepersonal wie etwa Kofferträger sollte man mit kleineren Scheinen im Gegenwert von 1-2 USD für ihre Dienste belohnen.

Zeit

Unter Präsident Hugo Chávez wurde im Dezember 2007 eine neue Zeitzone für sein Land eingeführt: die Venezuelan Standard Time (VST). Venezuela liegt nun 4,5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) zurück, zur Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) 5,5 Stunden. Die Differenz zur Weltzeit, der Universal Time Coordinated (UTC), beträgt -3,5 bzw. -4,5 Stunden. Regionale Zeitunterschiede gibt es nicht.

Ärztliche Versorgung

Die medizinische Versorgung in den großen Städten, besonders in der Küstenregion und auf Isla Margarita, ist gut. Es gibt ausreichend Krankenhäuser und Arztpraxen, mitunter auch mit deutschsprachigen Ärzten. Im Landesinneren kann es allerdings zu Enpässen bei der ärztlichen Versorgung kommen. Für die Erste Hilfe bei kleinen Verletzungen, Kopfschmerzen etc. sollte eine Reiseapotheke mitgenommen werden. Auch regelmäßig benötigte Medizin sollte darin enthalten sein. Apotheken (farmacías) gibt es fast an jeder Ecke; sie sind gut ausgestattet, doch häufig werden Medikamente unter anderen Namen als zu Hause vertrieben. Bei größeren Problemen sollte die Hotelrezeption oder die diplomatische Vetretung ihres Heimtlandes kontaktiert werden, da diese oft über Vertragsärzte verfügen bzw. mit nützlichen Adressen von Kliniken und Praxen weiterhelfen können. Privatärzte sind trotz der höheren Kosten vorzuziehen. Eine Reisekrankenversicherung, die häufig nachträglich die Kosten trägt, sollte abgeschlossen werden.

Zollbestimmungen

Touristen dürfen zollfrei mitnehmen: Dinge für den persönlichen Bedarf wie etwa Schmuck, Foto- und Videokamera, Sportgeräte, 200 Zigaretten oder 50 Zigarren, 1 l Schnaps oder 2 l Wein. Devisen dürfen bis zu 10.000 USD deklarationsfrei eingeführt werden. Landes- und Fremdwährung kann in unbegrenzter Höhe ausgeführt werden. Tiere, Waffen und Munition unterliegen Einfuhrbeschränkungen. Lebensmittel und frische Produkte dürfen nicht eingeführt werden.

Zollfreigrenzen bei der Wiedereinreise nach Deutschland und Österreich sind 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos mit einem Höchstgewicht von 3 g pro Stück oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak sowie 1 l Spirituosen, 2 l Zwischenerzeugnisse, 4 l nicht schäumender Wein und 16 l Bier sowie 1 l Spirituosen oder 2 l Wein und Geschenke bis 300 EUR (Schiffs- und Flugreisende 430 EUR). Bei der Rückreise in die Schweiz dürfen Personen über 17 Jahre 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Pfeifentabak und 2 l Alkohol unter 15 Vol.-% und 1 l Alkohol über 15 Vol.-% und Geschenke im Wert von bis zu 300 CHF einführen.

Da sich Zollbestimmungen kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften kurz vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft zu erfragen.

Menschen mit Behinderung

Für Behinderte ist das Reisen in Venezuela nicht leicht. Die touristische Infrastruktur ist kaum darauf eingerichtet, weshalb eine eventuelle Venezuela-Reise nur mit einem darauf spezialisierten Veranstalter möglich ist. Informationen dazu gibt es im Internet, unter anderem unter http://www.weitsprung-reisen.de und http://www.mis-ch.ch.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Avenida Eugenio Mendoza/Calle José Angel Lamas

Torre La Castellana, piso 10

La Castellana, Caracas

Tel.: +58-212-2192500

Fax: +58-212-2610641

Web: http://www.caracas.diplo.de

Österreichische Botschaft

Avenida Orinoco, entre Calle Mucuchíes y Perijá

Edificio „Torre D&D“, Piso PT, Oficina PTN

Las Mercedes, Caracas 1060

Tel.: +58-212-9991211

Fax: +58-212-9932753

Web: http://www.bmeia.gv.at/botschaft/caracas.html

Schweizerische Botschaft

Avenida Eugenio Mendoza/Avenida San Felipe

Centro Letonia, Torre ING-Banco, piso 15

La Castellana, Caracas

Tel.: +58-212-2679585

Fax: +58-212-2677745

Web: http://www.eda.admin.ch/caracas

Einreisebestimmungen

Staatsbürger aus EU-Ländern und der Schweiz benötigen zur Einreise nach Venezuela lediglich einen Reisepass, der noch sechs Monate ab der Ausreise gültig sein muss. Die Aufenthaltsdauer ist auf 90 Tage begrenzt. Wer länger bleiben möchte, muss vorab ein Visum bei der venezolanischen Botschaft beantragen. Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.

Bei der Einreise nach Venezuela erhält man im Flugzeug eine Touristenkarte (tarjeta de turismo), die vollständig ausgefüllt und zusammen mit dem Reisepass dem Grenzbeamten vorgelegt werden muss. Einen Durchschlag der tarjeta erhält man zurück. Dieser wird zur Ausreise unbedingt benötigt, achten Sie deshalb sorfältig darauf.

Da sich Einreisebestimmungen kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften kurz vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft zu erfragen.

Elektrizität

Die Netzspannung beträgt 110 Volt/60 Hertz. Die Steckdosen sind auf amerikanische Flachstecker ausgelegt, weshalb man einen Adapter oder besser noch einen Multireisestecker mitbringen sollte. Die Stromversorgung ist gut und flächendeckend. Stromausfälle sind eher selten und treten meistens in abgelegenen Regionen auf. Eine Taschenlampe kann Abhilfe schaffen.

Feiertage

Año Nuevo (Neujahr, 1. Januar); Día de los Santos Reyes (Heilige Drei Könige, 6. Januar); Semana Santa (Ostern, März/April); Día de la Independencía (Tag der Unabhängigkeitserklärung, 19. April); Día del Obrero (Tag der Arbeit, 1. Mai); Pentecostés (Pfingsten, Mai/Juni); Aniversario de la Batalla de Carabobo (Schlacht bei Carabobo, 24. Juni); Firma del acta de la Independencia (Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung, 5. Juli); Natalicio del Libertador (Geburtstag von Simón Bolívar, 24. Juli); Día de los muertos (Allerheiligen, 1. November); Día de Colón (Kolumbus-Tag, 12. Oktober); Navidad (Weihnachten, 24. und 25. Dezember).

Frauen allein unterwegs

Frauen erhalten in Südamerika viel mehr Aufmerksamkeit als etwa in Asien oder Europa. In Venezuela werden Frauen zwar höflich behandelt, doch der Venezolaner ist durch und durch Macho und lässt seine Anwesenheit auch spüren. Wer auf Pfeifen oder anzügliche Bemerkungen eingeht oder Anmache zulässt, wird sicher irgendwann mit Problemen konfrontiert. Auch sollten Frauen keinesfalls abends alleine ausgehen. Auf diversen Internetplattformen gibt es mittlerweile viele Verhaltensregeln, Erfahrungen und aktuelle Informationen von und für Frauen bezüglich Venezuela.

Geld und Devisen

Venezuelas Währung ist der Bolívar Fuerte (Abk.: BsF; ISO-4217-Code: VEF), der „starke Bolivar“. Touristen dürfen Devisen und Reiseschecks nur in Wechselstuben (casa de cambios) eintauschen. Banken tauschen nur ein, wenn man ein Bankkonto hat. An Bargeld nimmt man am besten nur große Scheine mit, da es bei kleinen einen schlechteren Wechselkurs gibt. Auch hat sich ein Schwarzmarkt etabliert, doch sollte man vom „Tauschen auf der Straße“ die Finger lassen. Mit der Maestro-Karte gibt es Geld an den Geldautomaten (ATMs), die in großen Städten und touristischen Orten zahlreich vorhanden sind. Die gängigen Kreditkarten werden in größeren Hotels, Restaurants und Geschäften akzeptiert. Bei der Ausreise sollten die restlichen Bolivares wieder zurückgetauscht werden.

Homosexualität

Homosexualität war in der Vergangenheit in Venezuela ein sehr großes Tabu. Nach der Machtübernahme der Sozialisten Ende der 1990er Jahre wurde die gleichgeschlechtliche Liebe legalisiert. Trotzdem können Schwule und Lesben ihren Partner noch nicht heiraten und werden nach wie vor diskriminiert und schikaniert. Aktuelle Informationen über die homosexuelle Szene in Venezuela erhalten Sie unter anderem unter: http://gaymart.com/travel/ve/ve/caracas.html.

Information im Heimatland

Botschaft und Fremdenverkehrsamt von Venezuela

Schillstraße 9-10

10785 Berlin

Tel.: +49-30-8322400

Fax: +49-30-83224020

Web: http://www.botschaft-venezuela.de/DE/index.php

Notruf

Venezuela hat eine einheitliche Notrufnummer für Polizei (policía), Feuerwehr (bomberos) und Rettung/Notarzt (ambulancia) im ganzen Land eingeführt: 171.

Impfungen

Laut WHO, der Weltgesundheitsorganisation, besteht derzeit keine Impfpflicht für Personen, die von Europa direkt nach Venezuela einreisen. Sollten Sie aus einem Infektionsgebiet einreisen, informieren Sie sich vorher über die aktuellen Impfbestimmungen bei den diplomatischen Vertretungen oder bei einem Tropeninstitut.

Als freiwilliger Schutz seien folgende Impfungen empfohlen: Tetanus, Polio, Diphterie, Gelbfieber, Typhus, Hepatitis A und Hepatitis B (Langzeitreisende). Wegen der schweren Nebenwirkungen von Malaria-Medizin muss jeder selbst entscheiden, ob er die Tabletten schluckt. Eine Impfung gegen Malaria gibt es nicht, ebenso keine gegen Denguefieber. Konsequenter Schutz gegen Mückenstiche beugt beiden Krankheiten vor. Gegen Cholera wird die bestehende Impfung von der WHO nicht mehr empfohlen.

Da sich Impfvorschriften kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft oder konsularischen Vertretung des Ziellandes zu erfragen.

Kriminalität

Kriminalität stellt in Venezuela ein großes Problem dar. Fälle von Entführungen mit Gelderpressung und bewaffnete Überfälle kommen häufig vor. Vor allem in größeren Städten wie Caracas, aber auch außerhalb, ist mit einer erhöhten Straßenkriminalität zu rechnen. Das Risiko von Entführungen ist besonders groß entlang der Grenze zu Kolumbien, weshalb von Reisen in diese Region abgeraten wird. Es kommt gelegentlich vor, dass Touristen bei Kontrollen durch Militär oder Polizei ausgeraubt und zu Geldzahlungen gezwungen werden; es empfiehlt sich, sicherheitshalber eine Kopie des Passes bei sich zu tragen. Bewaffnete Überfälle sind auch auf der Insel Margarita möglich, betroffen sind oft auch Gruppenreisende. Es empfiehlt sich, stets die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes zu beachten (http://www.auswaertiges-amt.de).

Praktische Hinweise

Haustiere

Um ein Haustier nach Venezuela einführen zu können, wird ein internationaler Impfpass benötigt, der von einem Amtstierarzt abgestempelt und vom zuständigen Konsulat beglaubigt werden muss. Es muss eine Tollwutimpfung nachgewiesen werden, die mind. 30 Tage, aber nicht länger als 12 Monate zurückliegt. Der Impfpass muss von einem Amtstierarzt abgestempelt und vom zuständigen Konsulat beglaubigt werden.

Für die Wiedereinreise in die EU ist eine Blutuntersuchung (Tollwutantikörpertest) erforderlich, die bereits rechtzeitig (i.d.R. 3 Monate) vor der Reise im Heimatland durchgeführt werden sollte. Bitte erkundigen Sie sich rechtzeitig vor der Reise bei der jeweiligen Botschaft oder konsularischen Vertretung über die jeweils gültigen Bestimmungen. Hier erfahren Sie auch, welche Tiere im Zielland als „Haustiere“ angesehen werden; für verschiedene Tierarten können unterschiedliche Regelungen bestehen.

Sicherheit

Da es derzeit, insbesondere in den Städten, immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, Straßenblockaden und Unterbrechungen von Verkehrsverbindungen kommt, rät das Auswärtige Amt dazu, nicht notwendige Individualreisen nach Venezuela besser zu verschieben. Größere Menschenansammlungen und politische Kundgebungen sollten grundsätzlich gemieden werden. Von Reisen in die Grenzregionen zu Kolumbien wird dringend abgeraten. Weitere Hinweise liefern die Reise-Seiten des Auswärtigen Amtes, auf denen man sich auch über aktuelle Entwicklungen informieren kann (http://www.auswaertiges-amt.de).