Länderinformationen Senegal

Senegal

Zwischen den trockenen Wüsten im Norden und den üppigen Regenwäldern im Süden hält das Land im äußersten Westen Afrikas eine erstaunliche Fülle an Sehenswertem bereit; alleine ein Besuch der Hauptstadt Dakar gibt einen guten Vorgeschmack auf das, was einen andernorts erwartet. Umgeben von schneeweißen Sandstränden, sitzt sie auf einer weit in den Ozean hineinreichenden Landzunge und verströmt trotz ihrer beachtlichen Größe - rund 1,8 Mio. Menschen sind hier zu Hause - eine gewisse Eleganz. Belebte Straßen, bunte Märkte und ein pulsierendes Nachtleben sind die Aushängeschilder der Metropole; wer dem Großstadttreiben entfliehen will, der zieht sich zurück auf die autofreie Île de Gorée oder nach Saint-Louis, der ersten französischen Kolonie in Westafrika, in der eine blühende städtische Kultur Hand in Hand geht mit der Ruhe und Gelassenheit einer Kleinstadt.

Die meisten Urlauber kommen jedoch nicht wegen der Städte, die im Senegal ein ohnehin eher junges Phänomen sind - Hauptanziehungspunkte sind die endlos feinen Sandstrände entlang der über 500 km langen Küste und die zahlreichen Nationalparks im Inneren des Landes, von denen einige von der UNESCO als Weltnaturerbe geschützt werden, so z.B. der Niokola-Koba-Park an der Grenze zu Guinea im Südosten. Löwen, Leoparden, Krokodile, Schimpansen und mit etwas Glück auch Elefanten können hier noch in freier Wildbahn beobachtet werden. Abenteurer und Naturfreunde zieht es ins Mündungsgebiet von Casamance und Saloum, wo dichte Mangrovenwälder, durchzogen von kleinen Wildbächen und weitläufigen Lagunen, hunderten von Vogelarten, wie dem pinken Flamingo, ein Zuhause bieten.

Ob man sich nun unter die Trendsetter des urbanen Afrikas mischen oder mit seinen Gedanken und der Ruhe der Natur alleine sein möchte - der Senegal ist ohne Zweifel ein vielseitiges Reiseziel, das vom Massentourismus bisher weitgehend verschont geblieben ist.

Steckbrief

Amtssprache: Französisch, weit verbreitet: Wolof, Serer, Diola, Malinke, Pulaar, Soninké u.a.

Bevölkerung: rund 12 Mio. Einwohner

Fläche: 196.722 km²

Hauptstadt: Dakar (rund 1,8 Mio. Einwohner)

Landesvorwahl: +221

Währung: CFA-Franc BCEAO (Franc de la Communauté Financière d'Afrique; Abk.: F, ISO-4217-Code: XOF)

Zeitzone: Greenwich Mean Time (GMT) = Koordinierte Weltzeit (Universal Time Coordinated, UTC). Unterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ): -1 Stunde (Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) -2 Stunden)

Klima & Reisezeit

Im Norden herrscht bei Temperaturen um 30 °C im Sommer ein heißtrockenes Wüstenklima, während es im Süden besonders im dort heißesten Monat April bei ca. 40 °C feuchtheiß und tropisch wird. Im Juni setzt in ganz Senegal die Regenzeit ein, die bis Oktober anhält und im Süden zu besonders heftigen Regenfällen und einer Luftfeuchtigkeit von nahezu 95 % führt. In den Wintermonaten ist es in den nördlichen Gefilden bei rund 25 °C wärmer als im Süden, obwohl selbst dort die Temperaturen selten unter 20 °C absinken. Ab November kehrt die Trockenzeit ein, welche bis einschließlich März von den nordöstlichen Harmattan-Winden begleitet wird, die heiße Luft aus der Sahara landeinwärts treiben. Die beste Zeit für eine Reise ist zwischen Dezember und März (im Norden auch bis Mai), wenn es nicht zu heiß und weniger schwül ist.

Reisen im Land

Das Straßennetz Senegals umfasst etwa 14.000 km und gehört zu den besten in Westafrika. Die Qualität der Straßen ist jedoch nicht annähernd mit der in Industrieländern zu vergleichen. Gerade einmal ein Drittel aller Straßen sind asphaltiert und die unbefestigten Straßen sind nicht immer in einem guten Zustand. Vielerorts kann man zusätzlich zu einem PKW einen Fahrer buchen, der sich auf den senegalesischen Straßen gut zurechtfindet. Bei geschickter Verhandlung kann die Auto-Fahrer-Kombination sogar preisgünstiger ausfallen als die Anmietung eines Fahrzeugs ohne Chauffeur. Um eigenständig fahren zu dürfen, muss man im Besitz eines internationalen Führerscheins sein, der nur in Kombination mit dem nationalen Gegenstück gültig ist. Bei der Einreise mit dem eigenen PKW ist oft ein Carnet de Passage vorzulegen. Wer über Land fahren möchte und über kein eigenes Fahrzeug verfügt, sollte sich für einen Geländewagen entscheiden, da die Pisten im Inland nicht auf einfache PKW ausgerichtet sind. Von nächtlichen Fahrten sollte aus Sicherheitsgründen abgesehen und in Grenzgebieten wegen Minengefahr auf das Verlassen der Hauptverkehrsstraßen verzichtet werden. Besonders die Nationalstraßen zwischen Ziguinchor und Banjul sowie die „Transgambienne“, welche Ziguinchor über die Fähre im gambischen Farafenni mit Dakar verbindet, sind sehr gefährlich. Am Strand zwischen Dakar/Lac Rose und St. Louis droht die Gefahr, überfallen zu werden und während der Regenzeit zwischen Juli und Oktober können viele Straßen unpassierbar sein.

Ein staatlich betriebenes Busliniennetz ist nur in der Hauptstadt Dakar vorhanden (http://www.demdikk.com). Alle 15 Min. pendeln die verschiedenen Buslinien der Organisation Dakar Dem Dikk zwischen der Innenstadt und den einzelnen Stadtvierteln hin und her. Der Fahrpreis ist gering und sollte wenn möglich mit Kleingeld bezahlt werden. In Dakar, aber auch andernorts sind die bunt bemalten Car Rapides bzw. Sammeltaxis als preisgünstiges Fortbewegungsmittel bekannt. Sie sind an beinahe jeder Straßenecke zu finden und sollten ebenfalls möglichst passend mit Kleingeld bezahlt werden. Losgefahren wird i.d.R. erst, wenn alle der ca. 20 Sitzplätze belegt sind - das kann manchmal eine Weile dauern. Schneller geht es mit regulären Taxis, die allerdings nicht immer über ein funktionsfähiges Taxameter verfügen. Deshalb ist es sinnvoll, sich vorab bei Ortskundigen nach dem Fahrpreis zu erkundigen, um anschließend einen fairen Preis mit dem Taxifahrer aushandeln zu können. Neben den Taxis verkehren im Senegal gewöhnliche Autos, die als Clando bekannt sind und je nach Viertel unterschiedlich weite, aber festgelegte Strecken zurücklegen. Auf Anfrage können die Clandos auch für private Zwecke gemietet werden. Lange Strecken werden über die sogenannten Ndiaga Ndiaye verbunden, weiße Mercedes-Busse mit etwa 40 Sitzplätzen, die festgelegte Routen abfahren.

Mit der Bahn kann der Senegal nur zum Teil bereist werden, da auf dem alten Schienennetz momentan nur wenige Bahnverbindungen wie Dakar-Tambacounda-Bamako/Mali bestehen. Das Inlands-Flugnetz ist gut ausgebaut und wird überwiegend von der Air Senegal bedient, welche einen Großteil der senegalesischen Städte miteinander verbindet.

Fährverbindungen bestehen zwischen Dakar und Ziguinchor in der Casamance sowie von Dakar bis zur Insel Gorée. Auch auf dem Senegal-Fluss kann man per Boot an der Grenze zu Mauretanien bis nach Podor fahren. Es empfiehlt sich, die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes (http://www.auswaertiges-amt.de) stets zu beachten.

Essen & Trinken

Die senegalesische Küche ist facettenreich und zählt zu den besten in Schwarzafrika. Die Basis vieler landestypischer Gerichte bildet ein Brei aus Hirse oder Sorghum, der in städtischen Gebieten immer häufiger durch Reis ersetzt wird. Neben Fisch und Meeresfrüchten wird reichlich Gemüse verarbeitet, darunter Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Paprika, Süßkartoffeln, Karotten, Yamswurzeln und Auberginen. Fleisch verzehren die Einheimischen nur sporadisch und zu besonderen Anlässen; in touristischen Gegenden werden Fleischgerichte jedoch nahezu in allen Restaurants angeboten. Das Nationalgericht Thieboudienne besteht aus Tomatensoße, Reis, geschmortem Gemüse und Fisch. Verbreitet ist auch Yassa aus mariniertem, gebratenem Fleisch oder Fisch und Maafe aus in Erdnusssoße geschmortem Fleisch und Gemüse; beide Gerichte werden jeweils mit Reis serviert. Gegessen wird üblicherweise mit der rechten Hand - die linke gilt in muslimischen Ländern als unrein. In westlich orientierten Restaurants liegt meistens aber auch Besteck bereit, um den Gewohnheiten der Touristen gerecht zu werden. Besonders genüsslich sind die aus Hibiskusblüten bzw. Ingwer gewonnenen süßen Kaltgetränke Bissap und Gingembre, aber auch der grüne Tee Ayan, Pfefferminztee, Palmwein aus Casamance oder einheimisches Bier wie Gazelle und Flag werden zum bzw. nach dem Essen gerne getrunken.

Praktische Hinweise

Einreisebestimmungen

Für die Einreise in den Senegal benötigen sowohl Erwachsene als auch Kinder ein Weiter- oder Rückflugticket und einen eigenen, mindestens noch sechs Monate gültigen Reisepass, da Kindereintragungen im Reisepass der Eltern seit dem 26. Juni 2012 nicht mehr gültig sind. Seit dem 1. Juli wird von Deutschen, Österreichern und Schweizern außerdem ein Visum verlangt. Nähere Informationen dazu erteilt die Botschaft der Republik Senegal in Berlin. Wer einen Langzeitaufenthalt plant und diesen vor Ort bei der entsprechenden Behörde beantragen möchte, sollte ein gültiges Führungszeugnis und eine Geburtsurkunde im Gepäck haben.

Da sich Einreisebestimmungen kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften kurz vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft zu erfragen.

Impfungen

Für deutsche, österreichische und schweizerische Staatsbürger gibt es keine verpflichtenden Impfvorschriften, es sei denn, sie reisen aus einem gelbfieberendemischen Gebiet ein und sind über ein Jahr alt - in diesem Fall muss ein Nachweis über eine entsprechende Impfung erbracht werden. Die Gelbfieberimpfung ist bei einer Reise in den Senegal jedoch generell zu empfehlen, da das Land von der WHO als Gelbfieber-Infektionsgebiet eingestuft wurde. Grundsätzlich sollten die Basisschutzimpfungen rechtzeitig aufgefrischt und vervollständigt werden, zu denen u.a. die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, MMR und Influenza gehören. Über weitere Reiseimpfungen wie die gegen Hepatitis A, Meningitis ACWY, Typhus und bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Cholera, Meningitis und Tollwut sollte nachgedacht werden.

Da der Senegal sowohl Dengue- als auch Malariagebiet ist, ist eine prophylaktische Malariabehandlung sinnvoll; lassen Sie sich hierzu am besten von einem erfahrenen Tropenmediziner beraten. Darüber hinaus sind das Tragen von körperbedeckender Kleidung, die Verwendung von Insektenschutzmitteln bei Tag und bei Nacht und ggfs. das Schlafen unter einem Moskitonetz wirkungsvolle Maßnahmen gegen eine Ansteckung. Das Leitungswasser ist kein Trinkwasser und kann zu Magen-Darm-Verstimmungen führen, weshalb es sicherer ist, Lebensmittel vor dem Verzehr zu kochen, zu schälen oder zu desinfizieren. Vom Baden in Süßwassergewässern wird abgeraten, da die Gefahr einer Infektion mit Schistosomiasis besteht.

Da sich Impfvorschriften kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft oder konsularischen Vertretung des Ziellandes zu erfragen.

Zollbestimmungen

Bei der Einreise dürfen Gegenstände für den eigenen Bedarf, darunter bis zu 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, ebenso zollfrei mitgenommen werden wie Geschenke bis zu einem Wert von 5.000 XOF. Landeswährung kann in unbegrenzter Höhe und Devisen bis zu einem Betrag von 1 Mio. XOF eingeführt werden. Darüberhinausgehende Devisenbeträge müssen bei der Einreise deklariert und bei der Ausreise gemeinsam mit Auszahlungs- und Umtauschbelegen vorgezeigt werden. Die Ausfuhr von Devisen ist auf 500.000 XOF, die von Landeswährung auf 20.000 XOF beschränkt. Seit 2003 dürfen Fahrzeuge, die älter als fünf Jahre sind, nicht mehr eingeführt, aber mit einem Carnet de Passage und den üblichen Fahrzeugdokumenten als Transitfahrzeug kurzzeitig über die Grenze gebracht werden.

Bei der Wiedereinreise in die EU und die Schweiz dürfen Personen über 17 Jahre 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos mit einem Höchstgewicht von 3 g pro Stück oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak zollfrei mit sich führen. An alkoholischen Getränken sind bei der Rückreise in die EU 1 l Spirituosen, 2 l Zwischenerzeugnisse, 4 l nicht schäumender Wein und 16 l Bier sowie andere Waren, wie Parfüm, Kaffee, Tee und Elektrogeräte bis zu einem Wert von 300 EUR zollfrei erlaubt, wobei die Wertgrenze für Jugendliche unter 15 Jahre bei 175 EUR und für Flug- und Schiffsreisende bei 430 EUR liegt. Bei der Wiedereinreise in die Schweiz dürfen über 17-jährige 2 l Alkohol unter 15 Vol.-% und 1 l Alkohol über 15 Vol.-% und Geschenke im Wert von bis zu 300 CHF einführen.

Da Verstöße gegen Zollvorschriften im Senegal mit hohen Strafen belegt werden und sich Zollbestimmungen kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften kurz vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft zu erfragen.

Ärztliche Versorgung

Die medizinische Versorgung im Senegal entspricht nicht dem europäischen Standard und ist in ländlichen Gebieten nicht immer selbstverständlich. Häufig mangelt es an Hygiene, fortschrittlicher Technik und gut ausgebildetem Fachpersonal. Im Vergleich zu anderen westafrikanischen Städten ist zumindest Dakar medizinisch relativ gut ausgestattet und auch eine deutsche Allgemeinmedizinerin hat hier ihre Praxis.

Vor Reiseantritt sollte unbedingt eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption abgeschlossen und bei Unsicherheiten bzgl. der Inhaltsstofferlaubnis von Medikamenten Auskunft bei der entsprechenden Behörde eingeholt werden.

Notruf

Es gibt keine allgemeinen Notrufnummern für die Polizei, die Feuerwehr und die Ambulanz. Jede Region verfügt über ihre eigenen lokalen Rufnummern. Man sollte sich daher vor Ort über die jeweils geltenden Notrufnummern erkundigen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Dakar 20

Avenue Pasteur

Angle Rue Mermoz

Dakar

Tel.: +221-33-8-894884

Fax: +221-33-8-225299

E-Mail: info@dakar.diplo.de

Web: http://www.dakar.diplo.de

Österreichische Botschaft

18, rue Emile Zola

Dakar

Tel.: +221-33-8-494000

Fax: +221-33-8-494370

E-Mail: dakar-ob@bmeia.gv.at

Web: http://www.aussenministerium.at/dakar

Schweizerische Botschaft

Rue René N'Diaye / angle Rue Seydou

Nourou Tall

Dakar

Tel.: +221-33-8-230590

Fax: +221-33-8-223657

Elektrizität

Die Netzspannung beträgt zwischen 220 und 240 Volt bei einer Frequenz von 50 Hertz, wobei es in ländlichen Gegenden oft überhaupt keine Stromversorgung gibt. Neben dem auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwendeten C-Stecker sind auch die Steckertypen E, F und K in Gebrauch, weshalb sich die Mitnahme eines Multiadapters empfiehlt.

Zeit

Im Senegal gilt die Greenwich Mean Time (GMT), die der Universal Time Coordinated (UTC) entspricht. Der Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beträgt -1 Stunde, während der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) -2 Stunden.

Telefon

Die senegalesische Landesvorwahl ist 00221, während für Telefongespräche in die Schweiz 0041, nach Deutschland 0049 und nach Österreich 0043 vorgewählt wird. Allen senegalesischen Festnetznummern wird neuerdings die 33 vorangestellt, worauf die eigentliche siebenstellige Telefonnummer folgt. Telefonieren ist in Hotels oder in einem der zahlreichen Telecenter möglich. Aber auch über Mobiltelefone, die im Senegal im GSM-900-Frequenzbereich betrieben werden, ist eine gute und preiswerte Verbindung möglich. Zu den gängigen Netzbetreibern gehören Orange (http://www.orange.sn) und Tigo (http://www.millicom.com), die Roaming-Abkommen mit Mobilfunkanbietern in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben. Prepaid-Karten sind für etwa 1.500 XOF erhältlich; Guthaben zum Aufladen kann man im Wert von 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 XOF in den meisten Geschäften und bei einigen Straßenhändlern erwerben. Wer nur wenig Geld aufladen und vertelefonieren möchte, sollte bei Orange nach Ceddo und bei Tigo nach Easy fragen.

Geld und Devisen

Im Senegal wird mit dem CFA-Franc BCEAO (Franc de la Communauté Financière d'Afrique, Abk.: F, ISO-4217-Code: XOF) bezahlt, der sich in 100 Centimes unterteilt. Geldscheine sind im Wert von 10.000, 5.000, 2.000 und 1.000 XOF, Münzen im Nennwert von 500, 200, 100, 50, 25, 10, 5 und 1 XOF im Umlauf. Bargeld kann bei Banken oder in Wechselstuben umgetauscht werden; der Tausch von Euros ist sogar in ländlichen Gebieten häufig problemlos möglich. Die Einlösung von Travellerschecks ist mit einer hohen Gebühr verbunden und ausschließlich bei der Bank in Dakar möglich, weshalb die Mitnahme von Reiseschecks weniger zu empfehlen ist. In allen größeren Städten Senegals sind Geldautomaten vorhanden, an denen per Kreditkarte gegen eine recht hohe Gebühr Geld abgehoben werden kann, wohingegen Karten mit dem Cirrus- oder Maestro-Symbol nur an wenigen Automaten einsetzbar sind. Gängige Kreditkarten wie American Express und teilweise auch Diners Club, Eurocard, Mastercard und VISA werden in Städten in größeren Hotels, einigen Geschäften und zum Teil auch in Restaurants und Autovermietungen als bargeldloses Zahlungsmittel akzeptiert.

Trinkgeld

Für Dienstleistungen - ausgenommen Taxifahrten - erwarten die Senegalesen generell ein kleines Trinkgeld. In Hotels und Restaurants wird üblicherweise ein Bedienungszuschlag von 10-15 % des Rechnungsbetrags erhoben.

Öffnungszeiten

Banken im Senegal haben i.d.R. montags bis freitags von 8-12 Uhr und von 14-16.30 Uhr geöffnet, wobei die Öffnungszeiten von Bank zu Bank teilweise variieren. Büros und Behörden sind werktags von 8-12.30 Uhr und von 13-16 Uhr tätig, während Geschäfte ihre Kunden überwiegend von Montag bis Samstag zwischen 9-12 Uhr und von 15-19 Uhr empfangen. Postfilialen sind unter der Woche zwischen 9-12.30 Uhr und von 14-17 Uhr geöffnet, in den Städten häufig auch am Samstag von 8-12.30 Uhr.

Feiertage

Neujahr (1. Januar); Unabhängigkeitstag (4. April); Karfreitag und Ostermontag (März/April); Tag der Arbeit (1.Mai); Christi Himmelfahrt (Mai); Pfingstmontag (Mai/Juni); Mariä Himmelfahrt (15. August); Allerheiligen (1. November); Weihnachten (25. Dezember).

Islamische Feiertage richten sich nach dem islamischen Mondkalender, die genauen Termine werden von der Geistlichkeit festgelegt. Die Feiertage sind beweglich, da sie sich am Mondzyklus orientieren und verschieben sich alljährlich - gegenüber dem gregorianischen Kalender - um etwa 11 Tage rückwärts. Der bedeutendste Einschnitt im Jahresverlauf ist der Beginn des Fastenmonats, des Ramadan, der mit dem Fest des Fastenbrechens „Korité“ 30 Tage später beendet wird. Weitere wichtige islamische Feiertage in Senegal sind Tabaski (Großes Opferfest), Tamkharit (islamisches Neujahr), Ashura (Toten- und Gedenktag an den Märtyrer Hussein) sowie Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed).

Feste & Veranstaltungen

Januar Ende Januar werden auf der Arts du Sous-Verre in Dakar traditionelle senegalesische Glasmalereien ausgestellt und zum Verkauf angeboten.

April In der Hafenstadt Podor an der Grenze zu Mauretanien im Norden Senegals organisiert der Sänger Baaba Maal jedes Jahr im April ein dreitägiges Blues-Festival (http://www.festivalbluesdufleuve.com).

April/Mai Das Saint-Louis Jazz Fetsival ist eine der wichtigsten kulturellen Veranstaltungen in Afrika und lockt alljährlich zahlreiche Menschen in das verträumte Städtchen Saint-Louis im Norden Senegals (http://saintlouisjazz.net).

Mai Le Printemps des Cordes bringt mit traditioneller afrikanischer Streichmusik im Mai Neugierige im French Cultural Centre von Dakar zusammen.

Mai/Juni Seit 1992 treffen alle zwei Jahre bei der Biennale de l’Art Africain Contemporain, auch DAK’ART genannt, kreative zeitgenössische Künstler aus ganz Afrika zusammen, um ihre Heimat vor einem internationalen Publikum zu repräsentieren (http://www.biennaledakar.org).

Juni Recidak ist ein afrikanisches Filmfestival in der Hauptstadt, das jedes Jahr Ende Juli stattfindet und verschiedene Filme von Nachwuchskünstlern ausstrahlt, die für reichlich Diskussionsstoff sorgen.

Praktische Hinweise

Menschen mit Behinderung

Wie in den meisten westafrikanischen Ländern fehlt es auch im Senegal an behindertengerechten Einrichtungen. In Dakar sind bereits einige Hotels mit barrierefreien Zugängen ausgestattet und verschiedene Initiativen bemühen sich um die Verbesserung der Lebenssituation von einheimischen Menschen mit Behinderung.

Frauen allein unterwegs

Über 90 % der senegalesischen Bevölkerung sind Muslime, weshalb insbesondere Frauen während ihres Aufenthalts entsprechende körperbedeckende Kleidung tragen sollten. Allgemein gilt, dass der Senegal nicht auf eigene Faust bereist werden sollte. Langfinger, Bettler, selbsternannte Guides und aufdringliche Händler sind in touristischen Gebieten die Regel, weshalb sich Reisende achtsam verhalten, keine Taschen und sichtbaren Wertgegenstände wie bspw. Schmuck tragen und Angeboten von Fremden mit Skepsis begegnen sollten. Auch der Aufenthalt an entlegenen Orten und nach Einbruch der Dunkelheit bergen gewisse Sicherheitsrisiken, die nicht unterschätzt werden sollten.

Homosexualität

Homosexuelle Handlungen sind illegal und werden bisweilen von der Bevölkerung stark tabuisiert. Auch Touristen müssen mit hohen Haft- bzw. Geldstrafen rechnen, wenn sie sich während ihres Aufenthaltes zu ihrer Homosexualität bekennen oder i.A. gegen die senegalesischen Vorstellungen von Sittlichkeit verstoßen - das gilt auch für heterosexuelle Personen, daher sollte man besser auf den Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit verzichten.

Information im Heimatland

Botschaft der Republik Senegal (D)

Dessauer Straße 28/29

10963 Berlin

Tel.: +49-30-8562190

Fax: +49-30-85621921

Web: http://www.botschaft-senegal.de

Honorarkonsulat Senegal (A)

Kohlmarkt 3/8

1010 Wien

Tel.: +43-1-5128576

Fax: +43-1-5128576

Botschaft der Republik Senegal (CH)

Rue de la Servette 93

1202 Genf

Tel.: +41-22-9180230

Fax: +41-22-7400711

E-Mail: mission.senegal@ties.itu.int

Informationen auf Englisch auch unter: http://www.senegal-tourism.com.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es keine direkten Flugverbindungen in den Senegal. Mit Air France gelangt man aber z.B. von Frankfurt am Main, Wien oder Zürich über Paris nach Dakar. Auch die senegalesische Fluggesellschaft Air Sénégal International fliegt von Paris in die Hauptstadt des Senegal. Die durchschnittliche Flugzeit liegt bei ungefähr 5,5 Stunden.

Der internationale Flughafen Aeroport International Leopold Sedar Senghor (DKR) befindet sich ca. 17 km nordwestlich von Dakar. Ins Stadtzentrum gelangt man in ca. 25 Min. mit Taxis und Bussen. Weitere Flughäfen befinden sich in Cap Skirring und Saint-Louis.

Praktische Hinweise

Haustiere

Für die Einreise mit Haustier in den Senegal wird eine Importgenehmigung benötigt, eine Quarantäne ist i.d.R. nicht erforderlich. Für das Tier muss der Nachweis einer Tollwutimpfung erbracht werden, die mind. 30 Tage, aber nicht länger als sechs Monate zurückliegt. Außerdem wird ein Gesundheitszeugnis verlangt, das innerhalb von vier Tagen vor Ausreise von einem Amtstierarzt im Heimatland ausgestellt wurde. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die jeweilige Botschaft im Heimatland.

Für die Wiedereinreise in die EU ist eine Blutuntersuchung (Tollwutantikörpertest) erforderlich, die bereits rechtzeitig (i.d.R. 3 Monate) vor der Reise im Heimatland durchgeführt werden sollte. Bitte erkundigen Sie sich rechtzeitig vor der Reise bei der jeweiligen Botschaft oder konsularischen Vertretung über die jeweils gültigen Bestimmungen. Hier erfahren Sie auch, welche Tiere im Zielland als „Haustiere“ angesehen werden; für verschiedene Tierarten können unterschiedliche Regelungen bestehen.

Kriminalität

Insbesondere in der Innenstadt von Dakar und an den Stränden kann es zu Belästigungen durch Bettler und fliegende Händler, aber auch zu Taschendiebstählen und sonstigen kriminellen Übergriffen, z.B. durch vermeintliche Touristenführer, kommen. In Dakar kam es in letzter Zeit vermehrt zu kriminellen Übergriffen auf Fußgänger, Rad- und Autofahrer auf der Corniche. Schmuck und Wertsachen sollten nur im unbedingt benötigten Umfang mitgeführt und Aufenthalte in unsicheren/verlassenen Gegenden nach Einbruch der Dunkelheit vermieden werden. Auf Übernachtungen im Freien und nächtliche Überlandfahrten sollte generell verzichtet werden; ebenso empfiehlt es sich, Reisen durchs Land nicht alleine anzutreten und von größeren Menschenansammlungen Abstand zu halten.

Sicherheit

Grundsätzlich ist es möglich, sich im Senegal frei zu bewegen, sofern man die aktuellen Sicherheitshinweise beachtet und sich nicht bei Nacht in abgelegenen Gegenden oder an Stränden aufhält. Vor allem in der Sahel-Sahara-Region und in den Grenzgebieten zu Mauretanien, Mali, Gambia und Guinea-Bissau, aber auch in der minengespickten Casamance-Region besteht ein Risiko für Entführungen und gewalttätige Übergriffe. Es bestehen aktuelle Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes (http://www.auswaertiges-amt.de) für diese Regionen. Auch von Reisen auf der Nationalstraße zwischen Ziguinchor und Banjul und der „Transgambienne“, die Ziguinchor über die Fähre im gambischen Farafenni mit Dakar verbindet, rät das Auswärtige Amt derzeit ab. Von größeren Menschenansammlungen (auch Diskotheken, Festivals und Stadien) sollte man sich generell fernhalten. Weitere Reise- und Sicherheitshinweise bieten die Internetseiten des Auswärtigen Amtes (http://www.auswaertiges-amt.de).