Reiseinformationen & Tipps Bolivien

Bolivien

Im Reich der Indigenas vereinen sich die gegensätzlichsten Landschaften der Erde zu einem faszinierenden Mosaik. Über 6.500 m hohe Gebirgsketten mit eisbedeckten Gipfeln durchziehen das Land, bergen fruchtbare Täler und scheiden das Dickicht des Dschungels von weitläufigen Salz- und Sandwüsten ab. Atemberaubende Reisewege offenbaren nicht nur die kontrastreiche natürliche Schönheit Boliviens, sondern auch die wertvolle, noch immer lebendige Kultur der Ureinwohner. Unzählige Relikte der Inka-Zeit erzählen von längst vergangenen Tagen und in den Städten und Dörfern des Landes wird das indigene Vermächtnis auf urtümlichen Märkten, in farbenfrohen Trachten und in den süßen Klängen der Andenmusik aufrechterhalten. Aber auch die Kolonialzeit hat ihre Spuren hinterlassen, und so weisen einige Städte wie z.B. die Hauptstadt Sucre zahlreiche prachtvolle Bauten auf, während ein Großteil der Bevölkerung ihren Lebtag in Armut verbringt. Eine Reise durch Bolivien, dem Land der Gegensätze, bietet Erlebnisse der besonderen Art und wird von Abenteuer und einem Gefühl der Sehnsucht begleitet.

Steckbrief

Amtssprache: Spanisch

Bevölkerung: rund 10,5 Mio. Einwohner

Fläche: 1.098.581 km²

Hauptstadt: Sucre (rund 250.000 Einwohner)

Landesvorwahl: +591

Währung: Boliviano (Abk.: Bs; SO-4217-Code: BOB)

Zeitzone: Bolivia Time (BOT). Unterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ): -5 Stunden (Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) -6 Stunden); keine Umstellung auf Sommerzeit

Praktische Hinweise

Einreisebestimmungen

Für Deutsche, Österreicher und Schweizer ist es nicht erforderlich, ein Visum zu beantragen. Die Einreise erfordert lediglich einen Nachweis über die Wiederausreise, genügend Geldmittel für den Aufenthalt sowie einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass. Miteintragungen von Kindern im Reisepass der Eltern werden seit dem 26.02.2012 nicht mehr akzeptiert, weshalb jedes Kind einen eigenen Reisepass benötigt. Touristen bekommen i.d.R. einen Aufenthalt von 90 Tagen genehmigt. Manchmal werden jedoch nur 30 Tage in den Reisepass eingetragen. Diese Beschränkung kann bei den Migrationsbehörden in größeren Städten auf 90 Tage erweitert werden.

Da sich Einreisebestimmungen kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft oder konsularischen Vertretung zu erfragen.

Impfungen

Wenn gelbfieberendemische Gebiete wie das Tiefland östlich der Anden bereist werden, müssen Erwachsene und Kinder, die älter als 12 Monate sind, eine entsprechende Impfung vorweisen. Die Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Hepatitis A sollten auf dem neuesten Stand sein und bei Langzeitaufenthalten können auch Impfungen gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus sinnvoll sein. Da insbesondere in den Tieflagen Boliviens die Gefahr einer Ansteckung mit Malaria und Denguefieber besteht, sollten Reisende stets auf Insektenschutzmittel, helle und bedeckende Kleidung sowie ggfs. eine Malariaprophylaxe zurückgreifen. Dengue ist besonders in den Departements Santa Cruz, Beni, Cochabamba, Pando und in den Yungas im Departement La Paz weit verbreitet. Die Mücken Boliviens übertragen auch die gefährliche Malaria tropica, die nicht selten tödlich verläuft und deren Symptome noch mehrere Wochen und Monate nach einer Infektion auftreten können. Ein hohes Malariainfektionsrisiko besteht im nördlichen Grenzgebiet zu Brasilien, in den Departements Pando und Beni, vor allem in der Region von Guayaramerin, Riberalta und Puerto Rico, aber auch in den tieferen Lagen von Tarija, Cochabamba und La Paz. In anderen ländlichen Orten, die unter 2.500 m gelegen sind, besteht ein mittleres Ansteckungsrisiko. In Städten, aber auch im Oruro-Departement, in den Provinzen Ingavi, Los Andes, Omasuyos und Pacajes sowie im Potosi-Departement, ist die Infektionswahrscheinlichkeit gering. Der mit der Höhenlage des Landes einhergehende Sauerstoffmangel kann Symptome der Höhenkrankheit hervorrufen, weshalb vor allem in den ersten Urlaubstagen von intensiven körperlichen Belastungen abzuraten ist. Durchfallerkrankungen und Cholera lassen sich durch lebensmittel- und trinkwasserhygienische Maßnahmen wie Kochen, Schälen und Desinfizieren weitgehend vermeiden.

Da sich Impfvorschriften kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft oder konsularischen Vertretung des Ziellandes zu erfragen.

Zollbestimmungen

Personen über 18 Jahre dürfen neben Gegenständen für den persönlichen Bedarf auch 400 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 500 g Tabak, 3 l Alkohol und Waren in einem Wert von bis zu 1.000 USD zollfrei nach Bolivien mitnehmen. Landes- und Fremdwährung kann in uneingeschränkter Menge ein- und ausgeführt werden, muss aber ab einem Wert von 50.000 USD oder dem Gegenwert in einer anderen Währung von der bolivianischen Zentralbank genehmigt werden. Reisenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es untersagt, Coca-Tee oder andere Produkte aus Kokablättern mit nach Hause zu nehmen.

Bei der Wiedereinreise in die EU und die Schweiz dürfen Personen über 17 Jahre 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos mit einem Höchstgewicht von 3 g pro Stück oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak zollfrei mit sich führen. An alkoholischen Getränken sind bei der Rückreise in die EU 1 l Spirituosen, 2 l Zwischenerzeugnisse, 4 l nicht schäumender Wein und 16 l Bier sowie andere Waren, wie Parfüm, Kaffee, Tee und Elektrogeräte, bis zu einem Wert von 300 EUR zollfrei erlaubt, wobei die Wertgrenze für Jugendliche unter 15 Jahre bei 175 EUR und für Flug- und Schiffsreisende bei 430 EUR liegt. Bei der Wiedereinreise in die Schweiz dürfen über 17-jährige 2 l Alkohol unter 15 Vol.-% und 1 l Alkohol über 15 Vol.-% und Geschenke im Wert von bis zu 300 CHF einführen. Da sich Zollbestimmungen kurzfristig ändern können, ist es ratsam, die aktuellen Vorschriften kurz vor der Reise direkt bei der jeweiligen Botschaft zu erfragen.

Ärztliche Versorgung

Die medizinische Versorgung in Bolivien entspricht weder technisch noch apparativ oder hygienisch dem europäischen Standard. In ländlichen Gegenden kann eine adäquate Versorgung nicht immer gewährleistet werden. Deshalb sollte unbedingt eine Reisekrankenversicherung mit Rückholoption abgeschlossen werden. Wer auf die Einnahme bestimmter Medikamente angewiesen ist, nimmt diese am besten in ausreichender Menge mit. Aufgrund von möglichen Verboten oder Beschränkungen bei verschiedenen in Arzneimitteln eingesetzten Substanzen, sollte vorab jedoch beim zuständigen Konsulat abgeklärt werden, ob das jeweilige Medikament uneingeschränkt eingeführt werden darf.

Notruf

Für die Polizei, den Notarzt und die Feuerwehr gilt die Kurzwahl 911. Die Polizei ist zusätzlich unter 110 und die Ambulanz unter 118 zu erreichen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Avenida Arce 2395, La Paz

Tel.: +591-2-2440066

Fax: +591-2-2441441

E-Mail: info@la-paz.diplo.de

Web: http://www.la-paz.diplo.de

Österreichisches Honorargeneralkonsulat

Calle Montevideo 130, Edificio Requima, Piso 6, La Paz

Tel.: +591-2-2442094

Fax: +591-2-2442035

E-Mail: austroko@acelerate.com

Das Konsulat liegt im Zuständigkeitsbereich der Österreichischen Botschaft in Peru.

Schweizerische Botschaft

Calle 13, No. 455

Esquina 14 de Septiembre

Obrajes, La Paz

Tel: +591-2-2751225

Fax: +591-2-2140885

E-Mail: paz.vertretung@eda.admin.ch

Web: http://www.eda.admin.ch/lapaz

Klima & Reisezeit

So abwechslungsreich wie die Landschaft ist auch das Wetter im Land. Die klimatische Bandbreite reicht von tropischen Verhältnissen in den Tiefebenen des Nordens und der zentralen Tiefebene im Landesinneren über kühle Temperaturen im Altiplano bis hin zu einem polarähnlichen Hochgebirgsklima in den hohen Anden. Als Faustregel gilt: Je höher die Lage, desto niedriger die Temperatur, wobei unabhängig von der Region extreme Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht möglich sind. In den Hochebenen wird die massive Sonneneinstrahlung in Verbindung mit der geringen Sauerstoffsättigung von vielen Urlaubern als sehr unangenehm empfunden. Beide Faktoren sollten bei der Planung von Aktivitäten unbedingt bedacht werden.

Landesweit herrscht im Sommer Regenzeit und so fällt in den Monaten von November bis April der meiste Regen. Schwere Überschwemmungen führen zu dieser Jahreszeit häufiger zu Einschränkungen beim Passieren der Wege und können so manch eine Reiseplanung buchstäblich ins Wasser fallen lassen. Der Regen bringt auch vermehrt Moskitos mit sich, die Dengue und Malaria übertragen können. Deshalb und aufgrund der europäischen und nordamerikanischen Sommerferien ist von Ende Juni bis Anfang September mit den meisten Touristen zu rechnen, obwohl bereits ab Mai bis einschließlich Oktober trockene und warme Tage für einen gelungen Urlaub sorgen.

Essen & Trinken

In Bolivien, dem Land der Extreme, kommt reichlich Exotisches auf den Tisch. Und so ist es keine Besonderheit, dass vielerorts bereits zum Frühstück eine für den europäischen Geschmack eher gewöhnungsbedürftige Speise gegessen wird: die Caldo de Cabeza, eine Suppe mit Kartoffeln und einem halben Schafskopf als Einlage. Aber keine Sorge, auch Toast und Marmelade sind während der Morgenstunden überall erhältlich. Auf den Speisekarten finden sich reichlich Fleisch- und in wasserreichen Regionen auch vielfältige Fischgerichte wieder. Am Titicacasee oder im nahegelegenen La Paz fällt die Entscheidung aufgrund der großen Fischauswahl nicht immer ganz leicht, aber das Forellengericht Trucha oder der Königsfisch Pejerrey sind eigentlich immer eine gute Wahl. Zu den landestypischen Fleischgerichten gehören u.a. Lechón al horno, Spanferkel mit Süßkartoffeln und Kochbananen, Empanada Salteña, in Teig gebackene Stücke von Fleisch, Kartoffeln und Paprika mit scharfer Soße, Lomo montado, Steaks mit Eiern, Reis und gebratenen Bananen und Picante de Pollo, Hähnchen mit Bratkartoffeln, Reis und Salat mit Chili. Feurig-scharf wird es erst recht, wenn Ilajhua ins Spiel kommt, eine häufig zu Fleischgerichten gereichte Soße aus frischen Tomaten und jeder Menge Chili. Neben den gängigen Fleischsorten von Schaf, Rind und Geflügel sind manchmal Meerschweinchen- und Alpakafleisch im Angebot. Sie gelten als Delikatesse und sollten unbedingt probiert werden. Typische Beilagen sind Reis, Kartoffeln, Mais und Quinoa, eine besondere Getreideart. Als Vorspeise wird die weltweit bekannte Guacamole oft mit knusprigen Kartoffelchips kombiniert. Eine schmackhafte Nachspeise ist der in ganz Lateinamerika beliebte Flan, ein Karamellpudding, der einem selbst nach einer deftigen Speise nicht schwer im Magen liegt. Zu den überwiegend gehaltvollen Speisen wird gerne bolivianisches Bier wie das bekannte Cruzena getrunken. Aber auch das Nationalgetränk Chicha, das aus Getreide und Mais hergestellt wird, ist geschmacklich sehr zu empfehlen.

Reisen im Land

Viele Orte sind aufgrund ihrer geografischen Lage am besten per Flugzeug zu erreichen. Die Fluggesellschaften Amaszonas (http://www.amaszonas.com) und TAM (http://www.tam.com.br) betreiben einen Großteil des inländischen Flugverkehrs. Verspätungen und Flugausfälle sind keine Seltenheit und von jedem Passagier wird eine kleine Flughafengebühr verlangt. Trotzdem ist das Flugzeug eines der geeignetsten Fortbewegungsmittel, um sich ganz Bolivien zu erschließen.

Das Straßenverkehrsnetz ist nicht besonders fortschrittlich. Es mangelt an asphaltierten Straßen und die reichlich vorhandenen Schotterpisten und Geröllwege sind während der Regenzeit häufig wegen Überschwemmungen und der Gefahr von Erdrutschen gesperrt. Ein allradgetriebenes Fahrzeug ist empfehlenswert, wobei nicht nur die Straßenzustände, sondern auch eine unzureichende Beschilderung und eine schlechte Wegausleuchtung das Fahren erschweren. Wer sich trotzdem auf das Abenteuer Selbstfahren einlassen möchte, benötigt einen gültigen Reisepass und einen internationalen Führerschein, um in einer der größeren Städte wie La Paz einen Mietwagen zu leihen. Je nach Anbieter liegt das Mindestalter für die Anmietung eines Kfz zwischen 21 und 25 Jahren. Viele Firmen ermöglichen die zusätzliche Buchung eines Fahrers. Aus Sicherheitsgründen sollte von nächtlichen Überlandfahrten abgesehen und eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise an den Tag gelegt werden. Problematisch wird es mit einem ausländischen Kennzeichen. Es gibt nämlich ein Gesetz, das für ausländische PKW höhere Benzinpreise vorsieht. Da dies für die Tankwarte einen größeren Verwaltungsaufwand bedeutet, weigern sich diese manchmal, an ausländische Fahrzeuge Benzin zu verkaufen.

Per Bus können alle größeren Orte Boliviens erreicht werden. Immer wieder kommt es jedoch zu schweren Busunglücken mit zahlreichen Toten. Deshalb ist es ratsam, bei der Wahl von Reisebüros und Transportunternehmen vorsichtig zu sein und nur mit renommierten Anbietern zu fahren. Auch Lastwagen sind ein verbreitetes Reisemittel. Die Lastwagenfahrt ist zwar preisgünstiger als eine Busfahrt, jedoch nicht gerade sehr komfortabel.

Das Eisenbahnnetz verbindet nur einen kleinen Teil von Bolivien, weshalb es sich für längere Reisen nicht unbedingt eignet. Das westliche Bahnnetz wird von der Empresa Ferroviaria Andina S.A. betrieben (http://www.fca.com.bo). Die Linie Red Occidental fährt die Strecken Oruro-Uyuni-Atocha-Tupiza-Villazón und Uyuni-Avaroa ab. Das östliche Bahnnetz wird von der Empresa Ferroviaria Oriental S.A. betrieben (http://www.ferroviariaoriental.com). Die Linie Red Oriental fährt die Strecken Santa Cruz-Quijarro und Santa Cruz-Yacuiba ab. Neben Überfüllung und Unpünktlichkeit sprechen auch lange Fahrtzeiten gegen eine Bahnreise. Mit dem Bus kann man sich deutlich schneller fortbewegen.

Auf dem Titicacasee besteht ein reger Schiffsverkehr, und so gelangt man bspw. von Copacabana zur im See gelegenen Isla del Sol oder nach Huatajata und Puno in Peru. Auch Ausflugsfahrten werden auf dem See angeboten.

In den größeren Städten Boliviens sind verschiedene öffentliche Verkehrsmittel in Betrieb. Geläufig sind die sogenannten Micros. Das sind Kleinbusse, die auf festgelegten Routen verkehren und per Handzeichen gestoppt werden. In La Paz und Cochabamba bieten auch Sammeltaxis, die als Colectivos oder Trufis bekannt sind, ihre Dienste auf bestimmten Strecken an. Taxis haben fixe Fahrpreise und werden oft mit weiteren Fahrgästen geteilt.

In und um La Paz haben gewaltsame Übergriffe auf Touristen stark zugenommen. Sogenannte Express-Entführungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei denen Urlaubern ihre Kreditkarten entwendet werden, dringen immer häufiger an die Öffentlichkeit. Es ist empfehlenswert, nur auf bekannte (registrierte) Linienbus- und Taxiunternehmen zurückzugreifen. Mit unbekannten Minivans sollte man nicht mitfahren und auch auf das Heranwinken von Taxis verzichten. Am Busbahnhof von La Paz und am Flughafen El Alto gab es Überfälle von als Polizisten verkleideten Betrügern, die Ankömmlinge unter dem Vorwand einer Drogenkontrolle verschleppt und ausgeraubt haben. Vorsicht ist insbesondere im Raum von La Paz und El Alto, in Copacabana, Sucre, Cochabamba sowie in Santa Cruz geboten (siehe auch „Kriminalität“).

Praktische Hinweise

Elektrizität

In La Paz beträgt die Stromspannung 110 und in anderen Teilen Boliviens vorwiegend 220 Volt bei 50 Hertz. Da neben C-Steckern (Eurosteckern) auch Stecker vom Typ A im Einsatz sind, ist für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Adapter notwendig.

Zeit

In Bolivien gilt die Bolivia Time (BOT). Der Unterschied zur Koordinierten Weltzeit, der Universal Time Coordinated (UTC) beträgt -4 Stunden, zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) -5 Stunden und die Differenz zur Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) liegt bei -6 Stunden, da keine Umstellung auf Sommerzeit erfolgt.

Telefon

Die Vorwahl von Bolivien ist 00591. Um von Bolivien nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz zu telefonieren, wird der eigentlichen Ortsvorwahl und Telefonnummer die 0049 bzw. nach Österreich die 0043 oder in die Schweiz die 0041 vorangestellt. In den zahlreich vorhandenen Teleshops gibt es oft sehr preisgünstige Angebote an Telefonverbindungen ins Ausland. Eine andere recht gute Variante zum billigen Telefonieren ist das Kartentelefon. Telefonkarten werden z.B. von der großen bolivianischen Telefongesellschaft Entel angeboten, die für 10 USD Überseegespräche von bis zu einer Stunde nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz ermöglichen. Wer mobil telefonieren möchte, muss über ein tribandfähiges Gerät verfügen. In Bolivien werden Mobiltelefone nämlich über GSM 850/1900 und UMTS 850 betrieben. Zu den gängigsten Mobilfunkanbietern zählen Entel (http://www.entel.bo), Tigo (http://www.tigo.com.bo) und Nuevatel (http://www.nuevatel.com).

Geld und Devisen

In Bolivien wird mit dem Boliviano (Abk.: Bs; ISO-4217-Code: BOB) bezahlt. Ein Boliviano unterteilt sich in 100 Centavos. Banknoten sind im Wert von 200, 100, 50, 20 und 10 BOB und Münzen im Nennwert von 5, 2 und 1 BOB sowie 50, 20 und 10 Centavos im Umlauf. Vielerorts kann auch mit US-Dollar bezahlt werden. Deshalb, aber auch weil der Umtausch von USD häufig zu den besten Konditionen möglich ist, empfiehlt sich die Mitnahme von USD in bar. Wechselstuben, Bankfilialen und einige Hotels in den größeren Städten bieten einen Geldwechselservice an. Gängige Kreditkarten wie Master Card, Visa, American Express und Diners Club werden in großen Hotelanlagen, einigen Restaurants und in den Einkaufszentren der größeren Städte akzeptiert. In kleineren Städten oder in ländlichen Gegenden ist das bargeldlose Bezahlen jedoch kaum möglich und auch in kleineren Geschäften der Großstädte ist die Kreditkarte noch kein gängiges Zahlungsmittel. An Geldautomaten kann mit internationalen Kreditkarten und teilweise auch mit EC-Karten, die ein Maestro- oder Cirrus-Symbol tragen, Bargeld abgehoben werden. Die Automaten sind jedoch noch nicht flächendeckend vorhanden, weshalb es Sinn macht, sich während eines Aufenthaltes in der Großstadt mit ausreichend Bargeld auzustatten. Reiseschecks können in Bankfilialen und in Wechselstuben der größeren Städte eingelöst werden und sollten am besten in USD ausgestellt sein. In Kleinstädten und Dörfern hingegen ist ein Umtausch von Reiseschecks schier unmöglich.

Trinkgeld

In Hotel- und Restaurantrechnungen ist häufig bereits eine Servicepauschale von 10 % enthalten. Zusätzliche Trinkgelder werden gerne gesehen, sind aber nicht unbedingt erforderlich. Im Gegensatz zu Taxifahrern, die i.d.R. kein Trinkgeld bekommen, erwarten Gepäckträger eine Kleinigkeit als Anerkennung ihrer Dienste.

Öffnungszeiten

Die Post hat montags bis freitags zwischen 8 und 15 Uhr und samstags von 8 bis 19 Uhr geöffnet, während Geschäfte wochentags i.d.R. von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 19.30 Uhr öffnen. Manche Läden bedienen ihre Kunden aber auch bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr. Die Zentralbank bietet ihren Service durchgehend zwischen 9 und 16 Uhr an, die Geschäftszeiten der meisten Bankfilialen liegen jedoch von Montag bis Freitag zwischen 8.30 und 18 Uhr mit einer Mittagspause von 12 bis 14.30 Uhr.

Feiertage

Año Nuevo (Neujahr, 1. Januar); Fiesta de la Virgen de Candelaria (2. Februar); Viernes Santo (Karfreitag, März/April); Dia del trabajo (Tag der Arbeit, 1. Mai); Corpus Cristi (Fronleichnam, Mai/Juni); Día de la Revolución Agraria, Productiva y Comunitaria (Tag der Agrarrevolution, 2. August); Dia de la Patria (Unabhängigkeitstag, 6. August); Todos Santos (Allerheiligen, 1.November); Navidad (Weihnachten, 25. Dezember).

Feste & Veranstaltungen

Januar Während der ersten Januarwoche feiern die Bewohner von La Paz das Achocalla Festival, bei dem mit traditionellen Tarqueada-Tänzen der Göttin Pachamama gehuldigt wird, um ein gutes Erntejahr zu erbitten.

Das Achachairú Festival in Porongo nahe Santa Cruz wird zu Ehren der lokal angebauten Mangostan-Frucht ausgerichtet; mittlerweile nehmen Akteure aus der ganzen Welt daran teil, um Geschäfte abzuschließen.

Januar/Februar In La Paz beginnt jedes Jahr am 24. Januar das mehrwöchige Alasitas Festival, bei dem zahlreiche Händler Ekkekko-Statuen und zugehörige in Handarbeit hergestellte Miniaturwaren veräußern, um Wünsche für das kommende Jahr in Erfüllung gehen zu lassen.

Februar Mit farbenfrohen Paraden und Musik wird am 2. Februar in Copacabana am Titicaca-See feuchtfröhlich die Fiesta de La Virgen de La Candelaria begangen.

Am 9. Februar wird in La Paz der Jisk'a Anata Karneval gefeiert, wobei auch andernorts, z.B. in Tarija und Santa Cruz, karnevalistische Veranstaltungen stattfinden und in Oruro an acht unterschiedlichen Tagen im Februar die größte Karnevalsfete von Bolivien ausgerichtet wird.

März In Tarabuco findet jeden zweiten Sonntag im März anlässlich des Triumphes über die Spanier im Jahr 1816 das Phujllay-Fest statt, das mit einer Messe in der katholischen Kirche, Musik und Tanz gefeiert wird.

An drei Tagen im März bringt die Fiesta de la Uva in Tarija zahlreiche Weinliebhaber zusammen, um gemeinsam wertvolle Tropfen der Region zu verkosten und das eine oder andere Fläschchen käuflich zu erwerben.

April Eines der größten landwirtschaftlichen Feste des Landes findet jedes Jahr im April in Huari in der Oruro-Region statt, bei dem Verkäufer aus allen Regionen Boliviens mit ihren Produkten vertreten sind.

Mai/Juni Ende Mai beginnt in La Paz eines der größten Festivals in den Anden, die Fiesta del Gran Poder, bei der zu Ehren von Jesus Christus über 50 Tanzgruppen in traditionellen Tänzen wie der Morenada, dem Tinku und der Kullawada gegeneinander antreten.

Juni In Tiwanaku bei La Paz begeht man am 24. Juni mit kulturellen Zeremonien und historischen Kostümen das Fest Inti Raymi, eine Sonnenwendefeier der Inka.

In den Regionen Oruro und Beni wird vielerorts ein gemütliches Lagerfeuer entfacht, an dem zahlreiche Menschen zusammentreffen, um zu musizieren, zu singen und gemeinsam Karten zu spielen.

Juli Zu Ehren der Seefahrer-Schutzpatronin Virgen del Carmen wird am 16. Juli in mehreren Ortschaften der Region La Paz ein Fest mit Tanzwettbewerben und Musik ausgerichtet.

Am 22. Juli feiert man in Magdalena ein religiöses Folklorefest, bei dem neben traditionellen Tänzen auch Stierkämpfe und verschiedene Spiele stattfinden.

August Virgen de Copacabana ist ein großes Wallfahrtsfest zum Gedenken an die schwarze Madonna, das vom 5. bis 6. August in Copacabana am Titicaca-See mit Musik und traditionellem Tanz gefeiert wird.

Die dritte Augustwoche wird in Quillacollo in der Provinz Cochabamba mit dem wichtigen Kirchenfest Virgen de Urkupiña begangen, bei dem die katholische Messe ebenso dazu gehört wie der Verkauf von glückbringendem Miniaturhandwerk und die Aufführung verschiedener Folkloretänze.

Immer am letzten Sonntag im August feiert Santa Cruz den Santa Cruz Traditions Day mit Folklore, typisch bolivianischem Essen und Verkaufsständen, an denen Kunsthandwerk angeboten wird.

September Das Fest Virgen de Guadalupe am 8. September feiern sowohl die Einwohner von Vallegrande in Santa Cruz als auch die von Viacha in La Paz und von Sucre in Chuquisaca fröhlich laut mit Musik und Tanz, Gesangswettbewerben, Stierkämpfen und landestypischen kulinarischen Delikatessen.

In und um die Ruinenstätte Tiahuanaco in der Provinz La Paz wird am 21. September eines der wichtigsten indigenen Feste gefeiert, bei dem bereits in den frühen Morgenstunden die ersten Sonnenstrahlen am Tempel von Kalasasaya begrüßt werden, um den Frühlingsbeginn gebührend zu feiern.

Oktober Das International Culture Festival in Sucre und Potosi ist Treffpunkt für die verschiedensten ethnischen Gruppen aus aller Welt, um Malerei, Musik, Literatur, Theater, Kino u.v.m. zu vereinen.

November In Trinidad, der Hauptstadt von Beni, wird am 18. November eines jeden Jahres ein Kultur- und Tourismus-Volksfest veranstaltet, bei dem reichlich handwerklich hergestellte Waren veräußert werden und Folkloretänzer mit tollen Darbietungen überzeugen.

Am 30. November findet in der Provinz Santa Cruz bei San Andrés und in Taquiña in Cochabamba das San Andrés Festival statt, bei dem kirchliche Messen und Prozessionen mit Folklore und Feuerwerk kombiniert werden.

Praktische Hinweise

Menschen mit Behinderung

Ebenso wie in anderen Entwicklungsländern gibt es in Bolivien kaum Vorrichtungen für Menschen mit Behinderung. Rollstuhlrampen, abgesenkte Bordsteine und gesonderte sanitäre Einrichtungen sind noch immer die Ausnahme und auch der Transport von Rollstühlen ist mit den zur Verfügung stehenden Verkehrsmitteln nur schlecht möglich. Einige Hotels haben sich bereits auf Rollstuhlfahrer eingestellt. Insgesamt ist das Reisen durch Bolivien für Menschen mit einer Behinderung jedoch eher mühsam und besonders in den Hochebenen nur schwierig umzusetzen.

Frauen allein unterwegs

Allein reisende Frauen, aber auch Männer, sind in Bolivien einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, Opfer von sog. „Express-Entführungen“ zu werden, bei denen sie (z.B. am Busbahnhof in La Paz oder am Flughafen von El Alto) von vermeintlichen Taxifahrern abgefangen, an einen unbekannten Ort gebracht und auf trickreiche Art und Weise - unter Einsatz vermeintlicher Polizisten - zur Herausgabe ihrer Kreditkarte gezwungen werden. Es gab vermehrt Fälle, in denen Touristen auch einige Tage festgehalten wurden. Generell sollte man nur registrierte Taxis nutzen, die man am besten per Telefon bestellt hat. Vom Aufenthalt in verlassenen Gegenden der Großstädte, v.a. nach Einbruch der Dunkelheit wird generell abgeraten. Auch sollte man als Frau in Bolivien keinesfalls per Anhalter fahren.

Homosexualität

In Bolivien ist Homosexualität legal, allerdings werden gleichgeschlechtliche Partnerschaften noch nicht anerkannt und ein Großteil der Bevölkerung steht homosexuellen Handlungen eher konservativ gegenüber. Auf den Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sollten gleichgeschlechtliche Paare daher besser verzichten.

Kriminalität

Generell gilt es, in Bolivien erhöhte Vorsicht walten zu lassen. Neben den üblichen Sicherheitsvorkehrungen - z.B. sich nicht alleine in entlegenen Gegenden aufhalten, wenig Bargeld und Schmuck bei sich tragen und wichtige Dokumente im Hotelsafe deponieren - sollten Touristen weitere Dinge beachten. Plötzlich entstehende Demonstrationen sind in Bolivien keine Seltenheit und sollten aufgrund der hohen Gewaltbereitschaft gemieden werden. Auch aufgestellte Straßensperren dürfen nicht durchbrochen werden, da die Polizeibeamten rasch Tränengas und Co. einsetzen. Kriminelle Übergriffe auf Touristen haben zugenommen und insbesondere in der Region rund um und in La Paz sollte man sich vor sogenannten Express-Entführungen in Acht nehmen, bei denen organisierte Banden mit Taxi- und Minivan-Fahrern zusammenarbeiten, um gewaltsam an die Kreditkarten von Urlaubern zu kommen (nur registrierte Taxi- und Busunternehmen nutzen!).

Drogen- und Rauschgiftbesitz wird mit langjährigen Haftstrafen belegt, weshalb selbst scheinbar vertrauenserweckenden Personen gegenüber Vorsicht angebracht ist. Immer wieder hört man, dass Besuchern von Diskotheken und Bars K.O.-Tropfen verabreicht wurden. Diese Tropfen führen zu einer zeitlich begrenzten Ohnmacht und zu Gedächtnisverlust, sodass es Dieben ein Leichtes ist, ihre Opfer unbemerkt auszurauben.

Haustiere

Um mit einem Haustier nach Bolivien einzureisen, benötigt man ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis bzw. einen internationalen Impfpass, der nicht älter als 90 Tage sein darf und welcher bestätigt, dass das Tier frei von Krankheiten ist und ausreichend gegen Tollwut geschützt ist. Die Tollwutimpfung muss mindestens drei und darf nicht länger als 12 Monate zurückliegen. Alle Dokumente müssen auf Spanisch vorliegen und vom bolivianischen Konsulat beglaubigt werden. Erkundigen Sie sich ggfs. auch über die Voraussetzungen für die Mitnahme eines Haustieres bei der entsprechenden Fluggesellschaft.

Für die Wiedereinreise in die EU ist eine Blutuntersuchung (Tollwutantikörpertest) erforderlich, die bereits rechtzeitig (i.d.R. 3 Monate) vor der Reise im Heimatland durchgeführt werden sollte. Bitte erkundigen Sie sich rechtzeitig vor der Reise bei der jeweiligen Botschaft oder konsularischen Vertretung über die jeweils gültigen Bestimmungen. Hier erfahren Sie auch, welche Tiere im Zielland als „Haustiere“ angesehen werden; für verschiedene Tierarten können unterschiedliche Regelungen bestehen.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es Direktflüge nach Santa Cruz de la Sierra mit Zwischenlandung in Madrid, die Flugdauer beträgt rund 11 Std. Die neue nationale Fluggesellschaft Boliviana de Aviacin (BoA) fliegt nur südamerikanische Städte an. Auch über die USA gelangt man z.B. mit American Airlines, LAN oder KLM nach Bolivien. Hier werden z.T. Gabelflüge angeboten und es existieren zahlreiche Zubringerflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Bolivien fällt eine Flughafengebühr an, die jedoch oft schon im Preis für das Flugticket inbegriffen ist (erkundigen Sie sich bei Ihrer Fluggesellschaft).

Bolivien verfügt über zwei internationale Flughäfen: Der Aeropuerto El Alto liegt ca. 14 km südwestlich von La Paz (http://www.sabsa.aero). Taxis, Minibusse und ein Flughafenbus verbinden den Flughafen rund um die Uhr mit der Stadt und anderen Destinationen im Land. Der zweite internationale Flughafen befindet sich ca. 16 km von Santa Cruz de la Sierra entfernt. Auch hier verkehren Busse und Taxis in die Stadt.

Praktische Hinweise

Information im Heimatland

Bolivianische Botschaft (D)

Wichmannstraße 6

10787 Berlin

Tel.: +49-30-2639150

Fax: +49-30-26391515

Bolivianische Botschaft (A)

Waaggasse 10/8

1040 Wien

Tel.: +43-1-5874675

Fax: +43-1-5866880

E-Mail: embolaustria@of-viena.at

Bolivianisches Konsulat (CH)

Sevogelplatz 2

4052 Bâle

Tel.: +41-61-3124445

Fax: +41-61-3125031