Urlaub in Bolivien

Bolivien, Tipps für den Urlaub

Im Reich der Indigenas vereinen sich die gegensätzlichsten Landschaften der Erde zu einem faszinierenden Mosaik. Über 6.500 m hohe Gebirgsketten mit eisbedeckten Gipfeln durchziehen das Land, bergen fruchtbare Täler und scheiden das Dickicht des Dschungels von weitläufigen Salz- und Sandwüsten ab. Atemberaubende Reisewege offenbaren nicht nur die kontrastreiche natürliche Schönheit Boliviens, sondern auch die wertvolle, noch immer lebendige Kultur der Ureinwohner. Unzählige Relikte der Inka-Zeit erzählen von längst vergangenen Tagen und in den Städten und Dörfern des Landes wird das indigene Vermächtnis auf urtümlichen Märkten, in farbenfrohen Trachten und in den süßen Klängen der Andenmusik aufrechterhalten. Aber auch die Kolonialzeit hat ihre Spuren hinterlassen, und so weisen einige Städte wie z.B. die Hauptstadt Sucre zahlreiche prachtvolle Bauten auf, während ein Großteil der Bevölkerung ihren Lebtag in Armut verbringt. Eine Reise durch Bolivien, dem Land der Gegensätze, bietet Erlebnisse der besonderen Art und wird von Abenteuer und einem Gefühl der Sehnsucht begleitet.

Klima & beste Reisezeit

So abwechslungsreich wie die Landschaft ist auch das Wetter im Land. Die klimatische Bandbreite reicht von tropischen Verhältnissen in den Tiefebenen des Nordens und der zentralen Tiefebene im Landesinneren über kühle Temperaturen im Altiplano bis hin zu einem polarähnlichen Hochgebirgsklima in den hohen Anden. Als Faustregel gilt: Je höher die Lage, desto niedriger die Temperatur, wobei unabhängig von der Region extreme Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht möglich sind. In den Hochebenen wird die massive Sonneneinstrahlung in Verbindung mit der geringen Sauerstoffsättigung von vielen Urlaubern als sehr unangenehm empfunden. Beide Faktoren sollten bei der Planung von Aktivitäten unbedingt bedacht werden.

Landesweit herrscht im Sommer Regenzeit und so fällt in den Monaten von November bis April der meiste Regen. Schwere Überschwemmungen führen zu dieser Jahreszeit häufiger zu Einschränkungen beim Passieren der Wege und können so manch eine Reiseplanung buchstäblich ins Wasser fallen lassen. Der Regen bringt auch vermehrt Moskitos mit sich, die Dengue und Malaria übertragen können. Deshalb und aufgrund der europäischen und nordamerikanischen Sommerferien ist von Ende Juni bis Anfang September mit den meisten Touristen zu rechnen, obwohl bereits ab Mai bis einschließlich Oktober trockene und warme Tage für einen gelungen Urlaub sorgen.

Essen & Trinken im Urlaub

In Bolivien, dem Land der Extreme, kommt reichlich Exotisches auf den Tisch. Und so ist es keine Besonderheit, dass vielerorts bereits zum Frühstück eine für den europäischen Geschmack eher gewöhnungsbedürftige Speise gegessen wird: die Caldo de Cabeza, eine Suppe mit Kartoffeln und einem halben Schafskopf als Einlage. Aber keine Sorge, auch Toast und Marmelade sind während der Morgenstunden überall erhältlich. Auf den Speisekarten finden sich reichlich Fleisch- und in wasserreichen Regionen auch vielfältige Fischgerichte wieder. Am Titicacasee oder im nahegelegenen La Paz fällt die Entscheidung aufgrund der großen Fischauswahl nicht immer ganz leicht, aber das Forellengericht Trucha oder der Königsfisch Pejerrey sind eigentlich immer eine gute Wahl. Zu den landestypischen Fleischgerichten gehören u.a. Lechón al horno, Spanferkel mit Süßkartoffeln und Kochbananen, Empanada Salteña, in Teig gebackene Stücke von Fleisch, Kartoffeln und Paprika mit scharfer Soße, Lomo montado, Steaks mit Eiern, Reis und gebratenen Bananen und Picante de Pollo, Hähnchen mit Bratkartoffeln, Reis und Salat mit Chili. Feurig-scharf wird es erst recht, wenn Ilajhua ins Spiel kommt, eine häufig zu Fleischgerichten gereichte Soße aus frischen Tomaten und jeder Menge Chili. Neben den gängigen Fleischsorten von Schaf, Rind und Geflügel sind manchmal Meerschweinchen- und Alpakafleisch im Angebot. Sie gelten als Delikatesse und sollten unbedingt probiert werden. Typische Beilagen sind Reis, Kartoffeln, Mais und Quinoa, eine besondere Getreideart. Als Vorspeise wird die weltweit bekannte Guacamole oft mit knusprigen Kartoffelchips kombiniert. Eine schmackhafte Nachspeise ist der in ganz Lateinamerika beliebte Flan, ein Karamellpudding, der einem selbst nach einer deftigen Speise nicht schwer im Magen liegt. Zu den überwiegend gehaltvollen Speisen wird gerne bolivianisches Bier wie das bekannte Cruzena getrunken. Aber auch das Nationalgetränk Chicha, das aus Getreide und Mais hergestellt wird, ist geschmacklich sehr zu empfehlen.