Urlaub in Argentinien

Argentinien, Tipps für den Urlaub

Für Touristen hatte der wirtschaftliche Zusammenbruch Argentiniens Ende 2001 einen großen Vorteil: Das vormals teure Land wurde plötzlich ein vergleichsweise preisgünstiges Reiseziel. Mit unverändert hoher Attraktivität, dank Tango- und Steakkultur, Patagonien, den Anden, Buenos Aires und der Weite der Pampa. Und kürzlich rückte der Staat am „anderen Ende der Welt“ mit einer ganz neuen Facette ins Licht der Öffentlichkeit und stellt mit Jorge Mario Bergoglio seit März 2013 einen Landsmann als erstes lateinamerikanisches Oberhaupt der katholischen Kirche.

Das kosmopolitische Buenos Aires fasziniert mit seinem turbulenten Nachtleben und den tollen Einkaufsmöglichkeiten. Von hier führt eine Rundreise gegen den Uhrzeigersinn zunächst zu den weltberühmten Iguazu-Fällen an der Grenze zu Brasilien, dann in den noch stark indigen und kolonial geprägten Nordwesten mit seinen malerischen Andenschluchten, Hochebenen und Dörfern. Auf der legendären Ruta 40 fährt man dann, die Anden im Westen, nach Süden, macht einen Abstecher in die koloniale Universitätsstadt Córdoba und die Mondlandschaften von Ischigualasto und Talampaya, bevor es in die Weingebiete rund um Mendoza und in die fast 7.000 m aufragenden Hochanden geht. Dann fährt man weiter ins nordpatagonische Seengebiet und erreicht nach weiteren 1.500 km das wilde, von bizarren Felsnadeln und meernahen Gletschern geprägte Südpatagonien. Eine Welt für sich ist Feuerland mit seinen Gletscher-, Wald- und Moorlandschaften.

Einsamkeit begleitet den Weg zurück nach Buenos Aires entlang der von Pinguinen, See-Elefanten und Kormoranen bevölkerten Atlantikküste. Die Halbinsel Valdés ist das Mekka der Walbeobachter. Die Argentinienreise beschließen kann man an den schönen Stränden rund um die Urlaubsmetropole Mar del Plata.

Essen & Trinken im Urlaub

Noch immer sind die Argentinier auf die besten Steaks der Welt spezialisiert. Der Asado, die argentinische Form des Barbecue, gerät dabei zu einer kunstvollen Inszenierung, die wenigstens drei Stunden zu dauern hat. Besonders lecker und butterweich sind Bife de Lomo (Lendensteak), Ojo de Bife Ancho (Ribeye) und Bife de Chorizo (Rumpsteak), die keine Parrilla (Steakrestaurant) unter einem Gewicht von 500 g zu servieren wagt. In Patagonien isst man auch gerne Lammbraten (cordero), im Nordwesten kommen nicht nur Zicklein (chivo), sondern viele Spezialitäten mit indigenen Traditionen auf den Tisch, darunter der Puchero, ein Eintopf aus Kartoffeln, Süßkartoffeln, Karotten, Kürbis, Maiskolben, Porree, Petersilie und verschiedene Fleischsorten, sowie der Locro, ein mit Chili gewürzter Gemüse- und Getreideeintopf, der mit Mais, Maniok, Kartoffeln und Rind- oder Ziegenfleisch- bzw. Wursteinlage zubereitet wird. Aus Spanien stammen die in Argentinien allgegenwärtigen Empanadas: ausgebackene Teigtaschen, die traditionell mit Rind- oder Hühnerfleisch gefüllt sind. Im subtropischen Zweistromland liebt man Süßwasserfische, in Patagonien gibt es Forellen (trucha) und Lachs (salmón). Auf Feuerland ist die Centolla (Königskrebs) eine echte Delikatesse.

Den vielen italienischen Einwanderern verdankt die argentinische Küche Pasta, Pizza und Eiskrem. In Buenos Aires sehr „in“ ist derzeit peruanisch-japanische Fusionsküche. Beliebteste Nachspeise ist Dulce de Leche.

Argentiniens bekannteste Biermarke heißt Quilmés, ein Lagerbier. Im Nordwesten trinkt man eher Salta. In Patagonien und Feuerland gibt es sehr gute Mikrobrauereien. Von erstklassiger Qualität ist argentinischer Rotwein, wobei die hier zur Hochform auflaufende Malbec-Traube dominiert. Die größten Anbaugebiete findet man rund um Mendoza und San Juan. Unverwechselbar argentinisch ist der Mate: ein etwas bitterer, mit heißem Wasser aufgegossener Sud, den man mit einem metallenem Saugröhrchen (bombilla) aus einem gefüllten Kürbisbecher trinkt, der im Freundeskreis von Gast zu Gast gereicht wird.

Klima & beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für ganz Argentinien ist von November bis März. Dann sind die Temperaturen nach einem kalten Winter in Buenos Aires bereits wieder angenehm warm. In diesem Zeitraum lässt sich das gesamte Land problemlos bereisen. Im Nordosten wird es aber bei Werten über 35 ºC schwülheiß, im trockenen, sonnigen Nordwesten wechseln sich heiße Tage mit kühlen Nächten ab. Im patagonischen Seengebiet erinnert das Wetter an Mitteleuropa, während in Südpatagonien und Feuerland eher „skandinavische“ Verhältnisse mit sehr wechselhafter kühler Witterung und heftigen Winden vorherrschen, die mit bis zu 160 km/h über die baumlosen Ebenen fegen. In Buenos Aires führt v.a. zwischen Oktober und Januar der aus Südosten kommende stürmische Pampero zu Temperaturstürzen, während der Sommerwind Norte feuchtheiße Meeresluft aus dem Norden bringt. Im Frühjahr und im Winter wiederum sorgt der Sudestada für klamme Tage und beschert v.a. der Pampa-Region heftige Regenfälle mit gelegentlichen Überschwemmungen. Rund um Mendoza bläst zwischen Mai und November der Zonda, ein heißer, trockener Föhnwind, der bis zu 12 Stunden anhalten kann.